KA 58 vom 22.04.1997 Neugestaltung des Lehrplans der Volkshochschule

KA 58 vom 22.04.1997 Neugestaltung des Lehrplans der Volkshochschule

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KAV 1997 Anregungen und Anfragen

KA 58 vom 22.04.1997 Neugestaltung des Lehrplans der Volkshochschule

Frankfurt a.M., 22.04.1997

 

Anregung an den Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. gem. Paragr. 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 56. ordentlichen öffentlichen KAV - Plenarsitzung am 21.04.97 wird der Magistrat gebeten, folgende Anregung der KAV entgegenzunehmen:

 

Die Dezernentin für Schule und Bildung wird aufgefordert, bei der Neugestaltung des Lehrplans an der VHS darauf hinzuwirken, daß für den Fachbereich Ausländer-/innen als übergeordnetes Thema der Begriff "Interkulturelle Bildung/Migranten-/innen" Aufnahme findet. Auch sollen alle Programme, einschließlich "Deutsch als Fremdsprache", wie bisher erhalten bleiben.

Begründung:

Der Fachbereich "Ausländer-/innen" konzipiert und realisiert Angebote, die sich an Migranten-/innen wenden und bietet darüber hinaus aber auch Veranstaltungen an, die sich gezielt an Deutsche und Interessierte jeder Nationalität richten. Wenn diese Kurse bzw. Veranstaltungen im neuen Lehrplan der VHS unter verschiedenen Oberbegriffen bzw. Themenbereichen subsumiert werden

 

- wird es für die Interessenten des Lehrplans extrem schwierig, Programme für die sie sich interesessieren zu finden oder zu buchen.

- wird es zum politischen Signal, zum Rückschritt, der mit einer bedenklich gesellschaftspolitischen Entwicklung einhergeht. Migranten-/innen, vor allem Angehörige aus Nicht-EU-Staaten, werdendamit mehr und mehr ausgegrenzt. Daher müßte eine solche Lehrplangestaltung als weitere Diskriminierung aufgefaßt werden.

 

Der Themenbereich "Interkulturelle Bildung/Migranten/Innen" bedeutet hingegen nicht Ausgrenzung, sondern Vermittlung zwischen Frankfurter-/innen verschiedener Nationaliäten. Deutsch als Fremdsprache ist die Basis, um an allen Kursen und Veranstaltungen der VHS gleichberechtigt teilnehmen zu können.

 

Die Veranstaltungen und Lehrgänge in diesem Bereich richten sich nicht nur an Migranten-/innen, sondern auch an Deutsche, um bei ihnen das Interesse der Multikulturalität der Stadt und ihrer nicht-deutschen Einwohner-/innen zu fördern bzw. zu intensivieren.

 

gez. Dr. Thomaidis

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernates VI – Schule und Bildung

Frankfurt a. M., 17.06.1997

 

Die VHS Frankfurt hat für alle ihre Bereiche EDV eingeführt. Die Lehrplanerfassung mit dem Datenbankprogramm V 2000 direkt durch die Programmbereiche ist ein wichtiger Bestandteil dieser EDV-Einführung. Diese Vorgehensweise erfordert eine Neugestaltung des Lehrplans, denn das bisherige Layout würde zu deutlich größeren Problemen führen.

 

Die Neugestaltung des Lehrplans der Volkshochschule Frankfurt hat ausdrücklich das Ziel, den Interessenten am Programm der VHS das Finden der sie interessierenden Angebote zu erleichtern. Dies gilt auch für die verschiedenen Angebote des Fachbereichs Ausländer/-innen.

 

Die Begriffe "Interkulturelle Bildung", "Migranten/-innen" und "Deutsch als Fremdsprache" finden im Rahmen der Neugestaltung Aufnahme in den Lehrplan, bzw. bleiben erhalten. Mit der Neugestaltung des Lehrplans und der neuen Themenstruktur im Inhaltsverzeichnis sind auch keinerlei Einschränkungen der Angebote verbunden.

 

Die neue Differenzierung orientiert sich an Empfehlungen des Deutschen Volkshochschulverbands (dvv) und sieht vor, die Angebote für "Migranten/-innen" als ein Zielgruppenangebot zu kennzeich-nen, die Veranstaltungen zur "Interkulturelle Bildung" - wie bisher auch - in einem Bereich aufzunehmen, in dem die Angebote für alle Interessierten zusammengefaßt sind.

 

Darin ein "politisches Signal", einen "Rückschritt" oder gar eine "weitere Diskriminierung" zu sehen, geht an den Absichten der Neugestaltung des Lehrplans und an den tatsächlichen Auswirkungen völlig vorbei.

 

gez. Jutta Ebeling

(Stadträtin)

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