KA 35 vom 02.02.1996 Überprüfung des Umgangs der Jugendämter mit ausländischen Familien

KA 35 vom 02.02.1996 Überprüfung des Umgangs der Jugendämter mit ausländischen Familien

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KAV 1996 Anregungen und Anfragen

KA 36 vom 02.02.1996 Schließung der Geschäftsstelle des Zusammenschlusses freier Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V. in 60322 Frankfurt, Falkensteiner Str. 1

Frankfurt a.M., 02.02.1996

Anregung an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gem. Paragr. 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 42. öffentlichen Sitzung am 30.01.1996 wird der Magistrat gebeten, die beabsichtigte Streichung der Mittel für die Geschäftsstelle des Zusammenschlusses freier Kinder- und Jugendeinrichtungen zum 01.04.1996 zurückzunehmen und sie weiter in der Regelförderung aufzunehmen.

Begründung:

Der Zusammenschluss betreut als Dachverband und Träger mehr als zwanzig Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt.Diese Einrichtungen werden regelmäßig von mehr als 2000 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 25 Jahren besucht. Dabei entsteht im Vordergrund der Angebote die Integration und Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher, die zu 90 % die Einrichtungen nutzen.

 

Durch Hausaufgabenhilfen, Mittagsessensangebote, Einzelfallfhilfen, Elterngespräche, kulturelle, sportliche und freizeitpädagogische Aktivitäten, Ferienfreizeiten bis hin zu internationalen Begegnungen usw. ist hier ein breites Angebot der Kinder- und Jugendhilfe aufgebaut worden, das zum unverzichtbaren Bestandteil der sozialen Infrastruktur Frankfurts gehört.

 

Der Zusammenschluss hat durch die Akquirierung zusätzlicher Projekt- und Spendengelder den Erhalt und die Qualifizierung der Arbeit in diesen Einrichtungen gesichert. Zusätzlich wurden Veraltungsaufgaben übernommen, Beratungs- und Fortbildungsangebote organisiert, die Vertretung in Fachgremien und in der Öffentlichkeit übernommen. Die Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen konnten dadurch entlastet werden und mit ihrer gesamten Arbeitszeit den Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern zur Verfügung stehen.

 

Der Wegfall der Geschäftsstelle gefährdet massiv die Arbeit in den freien Kinder- und Jugendeinrichtungen. Die hier erbrachten Leistungen können nicht vom Jugendamt oder den Mitarbeiterinnen vor Ort erbracht werden. Auf zusätzliche Geldmittel, die von der Geschäftsstelle erwirtschaftet werden, können die Einrichtungen, gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen, nicht verzichten. Eine Schließung der Geschäftsstelle geht über kurz oder lang zu Lasten der Kinder und Jugendlichen.

 

Die Existenz der Kinder- und Jugendtreffs der freien Initiativen ist dadurch bedroht!

Die Stadt Frankfurt a. M. und die freie Kinder- und Jugendarbeit braucht den Zusammenschluss e. V., daher keine Schließung der Geschäftsstelle!

 

gez. Grigorios Zarcadas

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. IX

Amt/Betrieb: 51.23 –

Jugendamt - Frankfurt a. M., 16.04.1996

 

Die momentane Finanzsituation der Stadt erfordert, Einsparungen im Haushalt vorzunehmen. Hierdurch ist gewährleistet, dass auch zukünftig finanzielle Spielräume bestehen, um sozial- und jugendpolitisch auf aktuell auftretende Problemlagen reagieren zu können. Trotz aller Sparzwänge bemühte sich der Magistrat bei seinen Beschlüssen zur Haushaltskonsildierung, die Auswirkungen für Frankfurts Kinder und Jugendliche möglichst gering zu halten. Aus diesem Grund werden die meisten Mittel nicht bei den Kinder- und Jugendeinrichtungen direkt, sondern bei deren Verwaltungsstellen eingespart. Der Wegfall solcher Institutionen ist sicherlich auch mit schmerzhaften Einschnitten für die einzelne Einrichtungen verbunden. So können zukünftig verschiedene Aufgaben von Mittelaquisition bis hin zur Rechnungsprüfung nicht mehr zentral, sondern müssen, wie in der Vergangenheit auch, von den Vereinen selbst durchgeführt werden.

 

Um die Vereine von ihren Verwaltungsaufgaben zu entlasten, beschloß der Jugendhilfeausschuß, einen Etatantrag an die Stadtverordnetenversammlung zu richten, in dem beantragt wird, eine Regiekostenumlage in Höhe von 10 % der Personalkosten (299.825,--DM) zusätzlich im Haushalt einzustellen. Sollte die Stadtverordnetenversammlung am 09.05.1996 diesem Antrag folgen, so erführen die einzelnen Einrichtungen kaum Mehrbelastungen durch den Wegfall der Geschäftsstelle des Zusammenschlusses der freien Kinder- und Jugendeinrichtungen in Frankfurt a. M. e. V., so dass von einer Existenzbedrohung der Kinder- und Jugendtreffs der freien Initiativen keine Rede sein kann.

 

gez. Vandreike

(Stadtrat)

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