KA 21 vom 30.05.1994 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

KA 21 vom 30.05.1994 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

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Anregungen und Anfragen der KAV 1994

KA 21 vom 30.05.1994 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

Frankfurt a.M., 30.05.1994

Anfrage an den Magistrat gem. § 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 24. ordentlichen öffentlichen Plenarsitzung vom 25.05.1994 wird der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gebeten, erneut beim Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt a. M. einen ausführlichen, detaillierten Bericht über die Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger einzuholen. Darüber hinaus bittet die KAV um Auskunft, wie viele der Kinder, die Intensivkurse an Hauptschulen besuchen, später weiterführende Schulen besuchen.

Wie viel Prozent besuchen eine Realschule bzw. ein Gymnasium?

 

Begründung:

Die Stellungnahme des Staatlichen Schulamtes vom 20.10.1993 ist unbefriedigend. Die detaillierten Angaben machen es nicht möglich, ein konkretes Bild zu Situation der Seiteneinsteiger zu bekommen.

 

gez. Grigorios Zarcadas

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernates VI – Schule und Bildung - Stadtschulamt

Amt 40.5 Di /Br.

Frankfurt a. M., 22.02.1995

 

Stellungnahme:

Das Staatliche Schulamt hat die Fragen zu den sogenannten Seiteneinsteigern do detailliert beantwortet, wie dies aufgrund der vorhandenen Daten möglich ist. Dies wurde auf neuerliche Anfragen nochmals vom Staatlichen Schulamt bestätigt.Aus den statistischen Daten, die regelmäßig erhoben werden, lassen sich keine genaueren Kenntnisse gewinnen. Über die Schüler/innen wird keine Verlaufsstatistik geführt. So wird z. B. die Anzahl der Schüler/innen ermittelt, die in einem bestimmten Schuljahr ihren Realschulabschluss erworben haben. .Es liegen aber keine Erkenntnisse darüber vor, wie die einzelnen Schüler/innen (Deutsche oder Ausländer) zu diesem Abschluss gelangten, ob z. B. eine Klasse wiederholt wurden musste, ob ein Intensivkurs absolviert wurde, wann der/die Schüler/in in Frankfurt zugezogen ist und ähnliches. Frage 17 ist also nicht zu beantworten.

 

Auch gängige Angaben z. B. zu dem Prozentsatz der Schüler/innen, die in weiterführende Schulen wechseln, sind insofern ungenau, als nur jeweils die Anzahl von Schülern in Beziehung gesetzt werden , z. B. Schüler/innen in der 4. Klasse Grundschule zu Schülern der 5. Klasse Real-schale im Jahr darauf. Dabei weiß man nicht, ob diese Schüler/innen noch dieselben sind, da Zu- und Wegzüge, Klassenwiederholungen, Übergänge auf Privatschulen u. a. m. hieraus nicht zu ersehen sind. Will man näheres über solche Fragen erfahren, müssten Sondererhebungen, Stich-probenbefragungen oder dergleichen durchgeführt werden.

 

Ein großer Teil der Fragen beziehen sich auf Themenbereiche, die in der pädagogischen Verantwortung der einzelnen Schule liegen, der Schulleitung, der Lehrer/innen. Wie hier im Einzelnen vorgegangen wird, ist naturgemäß sehr unterschiedlich und vielfältig und entziehen sich einer allgemeinen Beschreibung. Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, wie auch Lehr- und Lernmaterial sind in großem Umfang vorhanden.

 

Die verfügbaren Informationen lassen leider keine genauere und anschaulichere Beschreibung der Probleme, Hilfsmöglichkeiten, und Erfolgschancen der als „Seiteneinsteiger“ beschriebenen Schüler/innen zu.

 

Jutta Ebeling

Stadträtin

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