KA 17 vom 10.09.1993 Fragen zu dem Bericht des Magistrats B 489 vom 16.07.1993 (Frauenhäuser)

KA 17 vom 10.09.1993 Fragen zu dem Bericht des Magistrats B 489 vom 16.07.1993 (Frauenhäuser)

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Anregungen und Anfragen der KAV 1993

KA 17 vom 10.09.1993 Fragen zu dem Bericht des Magistrats B 489 vom 16.07.1993 (Frauenhäuser)

Frankfurt a.M., 10.09.1993

 

Anfrage an den Magistrat gem. § 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der siebzehnten öffentlichen Plenarsitzung vom 07.09.1993 wird der Magistrat der Stadt Frankfurt gebeten, folgende Fragen zur Situation der Frauenhäuser zu beantworten:

 

1. In wieweit ist in den jeweiligen Frauenhäusern muttersprachlicher Sozialdienst möglich?

 

2. Besteht in diesem Zusammenhang Kontakt bzw. eine Zusammenarbeit mit jeweiligen Ausländerberatungsstellen der Kommune und der freien Träger?

 

3. Ist dem Magistrat – aufgrund eigener Daten – bekannt, aus welchen sozialen Schichten die hilfesuchenden Frauen ausländischer Herkunft kommen?

Begründung

Der sehr umfangreiche Bericht B 489 zeigt sehr deutlich, daß nach wie vor eine große Anzahl Frauen ausländischer Nationalität, Schutz in Frauenhäusern suchen. Da die Situation aufgrund ihrer jeweiligen ethnischen Herkunft zusätzlich zu den Gründen, die sie zu Hilfesuchenden in Frauenhäusern machen, besonders schwierig ist, sollte für eine weitere soziale politische Arbeit, die unter Punkt 1-3 gestellten Fragen den Bericht 489 ergänzen.

 

gez. Grigorios Zarcadas

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dezernats für Soziales, Jugend und Wohnungswesen vom 24.11.1993

Bericht

 

zu Frage 1

Eine muttersprachliche Betreuung ist nur dann möglich, wenn eine Mitarbeiterin des Frauenhauses zufälligerweise die entsprechende Sprache beherrscht. Dies dürfte nur in Ausnahme der Fall sein, da zu den Ausbildungsinhalten der in den Frauenhäusern tätigen Sozialarbeiterinnen nicht die Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen gehört. Eine Beratung und Betreuung in der jeweiligen Muttersprache wäre zwar wünschenswert, es ist aber nicht möglich, in den Frauenhäusern ein Personal zu beschäftigen, das die Sprachen sämtlicher hier ansässigen Nationalitäten beherrscht. Bei möglichen Neueinstellungen kann auf vorhandene Fremdsprachenkenntnis abgestellt werden.

 

zu Frage 2

Kontakt mit Ausländerberatungsstellen wird bei Bedarf hergestellt.

 

zu Frage 3

Dem Magistrat liegen keine derartigen Daten vor.

 

gez. Martin Berg

(Stadtrat)

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