KA 15 vom 13.09.1993 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

KA 15 vom 13.09.1993 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

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Anregungen und Anfragen der KAV 1993

KA 15 vom 13.09.1993 Beschulung der sogenannten Seiteneinsteiger

Frankfurt a. M., 13.09.1993

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gem. § 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der siebzehnten öffentlichen Plenarsitzung vom 07.09.1993 wird der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gebeten, beim Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main Informationen einzuholen:

 

1. Wie viele Seiteneinsteiger aus welchen Herkunftsländern wurden 1992 und 1993 in Frankfurts allgemeinbildenden und beruflichen Schulen aufgenommen?

 

2.Nach welchen fachlichen und pädagogischen Konzepten erfolgt die Integration der Seiteneinsteiger in die Regelschule, in die Grundschule, in die Sekundarstufen I und II und in die beruflichen Schulen?

 

3. Wie viele und welche Frankfurter Schulen bieten wie viele Intensivkurse oder Förderkurse für Seiteneinsteiger an? Wie viele und welche Grundschulen? Wie viele und welche Hauptschulen? Wie viele und welche Realschulen? Wie viele und welche Gymnasien? Wie viele und welche Gesamtschulen in welchen Schulzweigen? Wie viele und welche beruflichen Schulen?

 

4. Gibt es in Schulen aller Schulformen Intensivkurse für Seiteneinsteiger in ausreichen der Zahl?Mit wie viel Wochenstunden und nach welcher Stundentafel wird im Intensivkurs unterrichtet? Wie lange besuchen die Seiteneinsteiger die Intensiv- oder Förderkurse?

 

5. Wie lange gelten die Seiteneinsteiger als solche, d.h. wann gilt die Integration als abgeschlossen? Wie lange wird ihre weitere schulische Laufbahn verfolgt und gegebenenfalls speziell gefördert?

 

6.Welche Möglichkeiten des Schulwechsels und schulischen Aufstiegs haben die Seiteneinsteiger?

 

7. Wie viele Lehrer unterrichten derzeit in Frankfurt am Main im Rahmen des Sonderprogramms für Seiteneinsteiger des Hessischen Kultusministeriums?

 

8. Welche fachlichen Voraussetzungen müssen Lehrer erfüllen, um Seiteneinsteiger unterrichten zu können?

 

9. Haben Sie eine spezielle Fachausbildung z. B. im Erteilen von Deutsch als Fremdsprache und eine spezielle pädagogische Ausbildung im Bereich interkulturelles Lernen? Gibt es eine Verpflichtung zur Weiterbildung, vor allem wenn keine der o.g. Qualifikationen vorhanden sind? Gibt es einen entsprechenden berufsbegleitenden Studiengang?

 

10.Wurden spezielle Unterrichtsmaterialien oder Curricula für die Beschulung von Seiteneinsteigern entwickelt und werden sie eingesetzt?

 

11.Nach welchen Kriterien erfolgt die Erstzuteilung der Kinder an die Schulen und in die Intensivkurse?

 

12. Wie erfolgt die Erstberatung der Eltern? Worüber werden sie informiert?

 

13. Kooperiert das Staatliche Schulamt bei der Erstberatung mit anderen Einrichtungen?

 

14.Besteht ein Angebot weiterer Beratung bei Bedarf oder im Falle auftretender Probleme im Verlauf der weiteren Schullaufbahn?

 

15.Wie viele Berater/innen stehen im Staatlichen Schulamt voll für diese Arbeit zur Verfügung?

 

16.Besteht eine Vernetzung schulischer und außerschulischer Betreuungs- und Beratungsangebote für die Seiteneinsteiger?

 

17.Wie viele der in Frankfurt beschulten Seiteneinsteiger erreichen welche schulischen und beruflichen Abschlüsse?Wie viele erreichen keine Abschlüsse?

Begründung

Die AG „Kindergarten und Schule“ möchte sich ein konkretes Bild über die Situation der Seiteneinsteiger an Frankfurter Schulen machen.

 

gez. Grigorios Zarcadas

(Vorsitzender der KAV)

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