K 31 vom 06.07.1993 "Abriß Stadtbad Mitte"

K 31 vom 06.07.1993 "Abriß Stadtbad Mitte"

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Anregungen und Anfragen der KAV 1993

K 31 vom 06.07.1993 "Abriß Stadtbad Mitte"

Frankfurt a. M., 06.07.1993

Anregung an die Stadtverordnetenversammlung

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 16. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 28.06.1993 wird folgender Vorschlag an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet:

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:Der Magistrat wird aufgefordert jegliche Planung in Richtung Abriss des Stadtbades Mitte sowie Verkauf des Geländes unverzüglich aufzugeben sowie den Nachweis über die zu erwarteten Kosten zu erstellen.

 

Der Magistrat wird weiterhin aufgefordert ein Nutzungskonzept für das Stadtbad zu erarbeiten welches den Erhalt des Gebäudes und öffentliche Nutzung vorsieht. Zu diesem Zweck soll ein Ideen – Wettbewerb ausgeschrieben werden in dem die besondere finanzielle Lage der Stadt zu berücksichtigen ist.

Begründung

Das Stadtbad Mitte ist zentral gelegen und optimal mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Die hier angesiedelten Trainings- und Übungsgruppen einschließlich Rehabilitations- Ausländer und Behindertengruppen Rettungsschwimmer sowie die zahlreichen nicht organisierten Schimmer. Babyschwimmer sowie die zahlreichen nicht organisierten Schwimmer wie „Frühschwimmer“, ältere Menschen und Schwerbehinderte werden ohne jegliche Ortsnahe Alternative auf die Straße gesetzt. Der Verlust der Tranings und Übungsstätte Stadtbad Mitte würde die meisten Schwimmsportvereine Frankfurts das Ende beuten zumal es als einziges Hallenbad in Hessen einen 10 Meter Sprungturm einschließlich wettkampfgerechter Maße für den Wasserball, Schwimmen und Synchronschwimmen bietet.

 

Das 1960 eingeweihte heute denkmalgeschützte Stadtbad Mitte gehört zusammen mit der Bockenheimer Anlage zu den beliebtesten Orten dieser Stadt. Die vielen Bürger und Bürgerinnen die dort täglich spazieren gehen oder die vielfältigen Initiativen, die eine Erweiterung der Öffnungszeiten für das Stadtbad Mitte zum Ziel hatten, zeigen dass das Stadtbad Mitte für die Frankfurter ein wichtiger Identifikationspunkt ist.

 

Das Stadtbad Mitte fand in den 60er Jahren weltweite Anerkennung wegen seiner sich ins Grüne öffnenden Glasfront, des geschwungenes Daches und der Anordnung der Schwimmhallen. Heute kann man das Stadtbad zu Recht als eines der Wahrzeichen Frankfurts bezeichnen.

 

Teilweise wird das lediglich aus der Presse bekannte Vorhaben von der Sportdezernentin mit den zurückgehenden Besucherzahlen des Stadtbades begründet. Der Rückgang ist auf die von der Dezernentin zu verantwortenden sehr ungünstigen Öffnungszeiten des Schwimmbades zurückzuführen. So drängt sich der Eindruck auf, dass Frau Schenk die Schließung und in folge den Abriss seit langer Zeit plant. Die von ihr vorgelegten Zahlen über angebliche Kosten de Sanierung von 40 Millionen DM sind unglaubwürdig und sollen nur dazu dienen Politiker angesichts der finanziellen Lage der Stadt umzustimmen.

 

Ein Vorschlag zu einer möglichen künftigen Nutzung des Gebäudes (nach erfolgtem Umbau) soll hier schon gemacht werden: Die Stadtbücherei zieht aus ihrem jetzigen Domizil auf der Zeil in das Stadtbad Mitte um. Das Haus auf der Zeil kann dann (gewinnbringend) veräußert werden. So bliebe zumindest das denkmalgeschützte Gebäude des Stadtbades erhalten und eine öffentliche Nutzung des attraktiven Geländes wäre in Zukunft gesichert. Der Umzug wird den Besuchern der Stadtbücherei viel natürliches Licht bringen und im Sommer wäre „Lesen im Park“ möglich.

 

gez. Zarcadas

(Vorsitzender der KAV)

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