KA 8 vom 15.09.1992 Einrichtung von Schwimmzeiten für Mädchen und Frauen

KA 8 vom 15.09.1992 Einrichtung von Schwimmzeiten für Mädchen und Frauen

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Anregungen und Anfragen der KAV 1992

KA 8 vom 15.09.1992 Einrichtung von Schwimmzeiten für Mädchen und Frauen

Frankfurt a.M., 15.09.1992

 

Anregung an den Magistrat gem. § 4 Abs. 5 der Satzung der KAV

 

Gemäß Beschluß der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der sechsten öffentlichen (außerordentlichen) Plenarsitzung vom 25.08.1992 wird der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main gebeten,zu überprüfen, ob in einer zentral gelegenen Schwimmhalle Schwimmzeiten für Mädchen und Frauen eingerichtet werden können, innerhalb derer nur Bademeisterinnen eingesetzt werden.

Begründung:

Es gibt annähernd 25 000 Musliminnen in Frankfurt. Zahlreiche muslimische Mädchen und Frauen können Schwimmmöglichkeiten in der Stadt nicht wahrnehmen, weil sie aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen nicht gemeinsam mit männlichen Badegästen oder in Anwesenheit von Bademeistern schwimmen dürfen.

 

Wir wissen, daß das Sport- und Badeamt nicht genügend Badepersonal (besonders Bademeisterinnen) hat, um im Schichtbetrieb dem Bedarf nachzukommen.

 

Wir möchten aber trotzdem, daß geprüft wird, ob nicht durch organisatorische Maßnahmen wenigstens an einer zentralen Stelle die Möglichkeit geschaffen wird, daß innerhalb einer bestimmten Zeit in der Woche (Schwimmzeit nur für Frauen) nur Bademeisterinnen eingesetzt werden.

 

Wir sind der Meinung, daß eine solche Lösung auch von vielen deutschen Frauen und Mädchen positiv aufgenommen und genutzt wird.

 

gez. Grigorios Zarcadas

Vorsitzender der KAV

Stellungnahme des Sport- und Badeamtes vom 14.12.1992

Auf die Anfrage wird wie folgt Stellung genommen:

 

Das Sport- und Badeamt prüft derzeit, inwieweit weibliche Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeisterhelferinnen in der Zeit des allgemeinen Frauenschwimmens mittwochs, von 13.00 – 14.00 Uhr im Stadtbad Mitte ohne männliche Kollegen eingesetzt werden können und in dieser Zeit den gesamten Badebetrieb leiten.

 

Sobald eine auch auf Dauer mögliche, namentliche Festlegung der Diensteinteilung vorliegt, werden wir das Frauenschwimmen nur mit weiblichem Personal auch gegenüber der Öffentlichkeit bekanntmachen.

 

Zurzeit stellt sich insoweit noch ein personelles Problem, da die Besetzung der entsprechenden Stellen mit qualifiziert ausgebildetem Personal nur beschränkt möglich ist.

 

Sobald der Zeitpunkt des Frauenschwimmens ohne männliches Personal gegeben ist, werden wir Sie davon unaufgefordert in Kenntnis setzen.

 

gez. Lochmann

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