KA 2 vom 03.05.2011 "Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Frankfurt am Main"

KA 2 vom 03.05.2011 "Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Frankfurt am Main"

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KAV 2011 Anregungen und Anfragen

KA 2 vom 03.05.2011 "Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Frankfurt am Main"

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© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a. M., 03.05.2011

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 5. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 02.05.2011 wird der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

Wie viele ausländische Studierende mit einem Abschluss von einer Frankfurter Hochschule haben in den letzten fünf Jahren einen Job in Frankfurt gefunden, bzw. ein Arbeitsvisum bekommen?

 

Welche Maßnahmen gedenkt die Stadt Frankfurt zu planen, oder hat die Stadt bereits eingeleitet, um diesen Fachkräftekreis in die Arbeits- und Forschungsinfrastruktur von Frankfurt fest einzugliedern?

 

Begründung:

Im Moment sind in Frankfurt am Main mehrere tausend ausländische Studierende gemeldet, für die das Land Hessen und die Stadt Frankfurt investiert, da ihr Studium oft zeitintensiv ist und sie keine Studiengebühren zahlen müssen. Die Beschäftigungssituation im Anschluss an das Studium ist jedoch unbefriedigend.

In Zeiten des Fachkräftemangels werden qualifizierte ausländische Fachkräfte immer wichtiger und die Konkurrenz um sie immer stärker.

 

Wie die Staatsministerin Böhmer sagte:

"Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels hat es oberste Priorität, die Potenziale von qualifizierten Migranten in unserem Land stärker zu nutzen und ihre Abwanderung zu verhindern. Zugleich muss Deutschland für kluge Köpfe aus aller Welt attraktiver werden, um seine Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer zu halten".

 

Nicht zu vergessen ist, dass die Arbeitslosigkeit unter Akademikern in Deutschland sehr gering ist. Ausländische Studenten, die in Deutschland ihren Abschluss erlangen und anschließend bleiben, sind die perfekte Investition in die Zukunft des Landes. Man spart nicht nur Kindergeld, Kindergarten-, Schul- und Krankenversicherungskosten, sondern auch viele darüber hinaus gehende Ausgaben. Des Weiteren können neue Ideen und Kontakte der ausländischen Absolventen eingebracht werden. Nicht zu vergessen ist, dass die ausländischen Absolventen bestens integriert sind und gute Deutsch- und /oder Englischkenntnisse nachweisen. Solche Newcomer passen gut in das Stadtbild Frankfurts. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Frankfurt am Main ist es von entscheidender Bedeutung, verstärkt auf die Potenziale von ausländischen Absolventen zu setzen.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. IX –Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr-

Amt/Betrieb: Wirtschaftsförderung

Frankfurt a. M., 23.09.2011

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 24.10.2011 zur Kenntnis genommen.

 

Zu Frage 1

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main kann diese Frage nicht beantworten, weil diese Daten nicht erhoben werden.

 

926 Aufenhaltserlaubnisse zur Arbeitsaufnahme wurden im Jahr 2009 an ehemalige Studenten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erteilt. Bei dieser Zahl handelt es sich ausschließlich um Nichteuropär, da Europär keine Erlaubnis benötigen (Quelle Ordnungsamt 32.4).

 

Zu Frage 2

Soziale Marktwirtschaft zeichnet sich durch dezenterale Strukturen aus. Die Stadt Frankfurt am Main ist eine internatione Stadt, die Menschen unabhängig von Rasse, Geschlecht und Herkunft traditionell Chancen verschafft und damit im globalen Wettbewerb um Märkte, Mitarbeiter und Investoren punktet. Die Stadt, die in ihrer Außenwahrnehmung vornehmlich als Banken- und Finanzmetropole wahrgenommen wird, etabiliert sich in puncto Lebensqualiätät bei allen Städterankings zunehmend im vorderen bis vordersten Bereich.

 

Frankfurt am Main verbindet das urbane Leben einer pulsierenden Metropole mit liebenswürdigen Traditionen und erzeugt damit eine einzigartige Atmosphäre, in der sich Menschen jeden Alters und aller Nationalitäten wohl fühlen, Frankfurt am Main ist international, vielseitig, tolerant und weltoffen und somit in Verbindung mit seiner einzigartigen Erreichbarkeit hervorragend aufgestellt, um Fachleute aus aller Welt willkommen zu heißen.

 

Es ist ausdrücklich nicht das Ziel des Magistrats, Kindergeld, Kindertagesstätten-, Schul- und Krankversicherungskosten zu sparen; im Gegenteil: Frankfurt ist nicht nur Wirtschaftsstandort, sondern auch Familienstadt. Das attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot zieht viele junge Familien an. Nicht von ungefähr wurde die Mainmetropole im Juni dieses Jahres als die geburtenfreudigste Stadt Deutschlands gekürt. Frankfurt hat den Standortfaktor „Familienfreundlichkeit“ bereits früh erkannt und bietet mit einer Vielzahl von multilingualen Schulen und Kindertagesstätten mit Fremdsprachenangebot eine hervorragende Infrastruktur, die es den hier studierenden und beschäftigten ausländischen Mitbürgern leicht macht, sich in der Stadt am Main möglichst bald heimisch fühlen. Auch die Tatsache, dass das Land Hessen keine Studiengebühren erhebt, erhöht im Wettkampf um die klugen Köpfe die Attraktivität der Universitäts- und Wissensstadt Frankfurt am Main. Auch der hohe Prozentsatz an Migranten bei den Existenzgründungen am Standort spricht für dessen Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

 

gez. Markus Frank

(Stadtrat)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 10. Sitzung vom 28.11.2011, Kenntnisnahme

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