Frankfurt richtet internationalen Bürgermeistergipfel gegen Antisemitismus aus

Frankfurt richtet internationalen Bürgermeistergipfel gegen Antisemitismus aus

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Frankfurt richtet internationalen Bürgermeistergipfel gegen Antisemitismus aus

© Stadt Frankfurt am Main

Uwe Becker: Zusammentreffen war ein voller Erfolg im Engagement für Jüdisches Leben

Am 16. März 2021 fand in Frankfurt am Main der erste internationale Bürgermeistergipfel gegen Antisemitismus in Zusammenarbeit mit dem Combat Anti-Semitism Movement (CAM) statt. Beim Gipfel trafen sich Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Athen, Paris, Amsterdam, Brüssel, Wien, Malaga, Edinburgh, Vilnius, Riga, Toronto, Buenos Aires, Pittsburgh, Thessaloniki, Montevideo und anderen internationalen Städten, sowie die kommunalen Spitzenverbände Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika und damit alle Städte, Kreise und Gemeinden beider Länder. Auch der Antisemitismusbeauftragte Großbritanniens hat seine Expertise eingebracht. Hinzu kamen u.a. die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz, der Direktor der EU Agency for Fundamental Rights, das Anne Frank-Haus Amsterdam und viele andere Institutionen und Organisationen von B´nai B´rith bis Maccabi World Union sowie AJC, um gezielte Lösungen für den nachhaltigen Kampf gegen Antisemitismus in den Städten und Gemeinden aufzuzeigen. Ziel ist es, eine globale Allianz aufzubauen, die auf den regionalen und lokalen Ebenen wirken soll.
„76 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz sehen wir wachsenden Antisemitismus in unseren Städten. Der Antisemitismus zeigt sich in seinen unterschiedlichsten Schattierungen. Nach wie vor marschiert er im rechtsextremistischen Milieu in den gleichen Stiefeln, ob an den Füßen oder in den Köpfen, wie er es seit Jahrzehnten tut. Antisemitismus gibt es aber auch linksgeprägt im Antizionismus und im blinden Hass gegenüber Israel. Genauso zeigt sich der islamisch geprägte Antisemitismus in unseren Städten“, sagt Bürgermeister Uwe Becker beim Gipfel. „Wir müssen als Städte und Gemeinden gemeinsame Strategien entwickeln, um die Probleme anzugehen.“

Beim Gipfel, der Corona-bedingt online stattfand, gilt es, das gemeinsame Engagement gegen Antisemitismus weltweit zu stärken und gemeinsam Veranstaltungsformen zu entwickeln, die Regional wirken. Nur durch kommunale Initiativen werden die Vorurteile und der Hass in den Städten nachhaltig bekämpft. Politische Lösungen gegen Antisemitismus auf nationaler oder internationaler Ebene zu verkünden, reicht nicht. Aus diesem Grund hat die Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Combat Anti-Semitism Movement die Idee zum internationalen Gipfel entwickelt. Mit mehr als 40 Vertreterinnen und Vertretern aus über 30 Städten und 19 Ländern war der Gipfel ein voller Erfolg.

© Stadt Frankfurt am Main
„Die große Resonanz auf unsere Bemühungen gegen Hass, Rassismus und Antisemitismus auf lokaler Ebene überwältigt mich“, sagt Bürgermeister Uwe Becker. „Gemeinsam eine internationale Allianz zu bilden, die sich gegenseitig unterstützt und von den Ideen und Erfahrungen profitiert, das wird unsere Zusammenarbeit prägen.“

Über die Themen interreligiöse Beziehungen, Prävention durch Bildung, Umsetzung der IHRA-Definition zum Antisemitismus als auch Sicherheit und Strafverfolgung tauschten sich die Teilnehmenden aus Nord- und Südamerika, Europa und dem Mittleren Osten in vier großen Panels aus.

„Die Diversität des Antisemitismus braucht heute komplexere Herangehensweisen wie wir die Erinnerungskultur gestalten, wie wir antisemitische Stereotypen durchbrechen und die Verbrechen des Nationalsozialismus unseren Kindern unterrichten und gerade auch den positiven Beitrag Jüdischen Lebens zur Entwicklung unserer Städte über Jahrhunderte vermitteln. Wir haben die Aufgabe jede Form von Antisemitismus aktiv zu bekämpfen. Sei es der Gebrauch von `du Jude´ als Schimpfwort, die Angst die Kippa oder die Davidsternkette nicht offen tragen zu können oder tätliche Übergriffe. Wir müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass unsere jüdischen Bürgerinnern und Bürger in unseren Städten sicher leben können“, betonte Bürgermeister Uwe Becker abschießend.