KA 30 vom 03.06.2008 Seelsorge in Frankfurter Krankenhäusern

KA 30 vom 03.06.2008 Seelsorge in Frankfurter Krankenhäusern

header image

KAV 2008 Anregungen und Anfragen

KA 30 vom 03.06.2008 Seelsorge in Frankfurter Krankenhäusern

logo_kav_stadtlogo_150x80
© Stadt Frankfurt Main

Frankfurt a.M., 03.06.2008

 

Anfrage an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main

 

Gemäß dem Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) der 27. öffentlichen ordentlichen Plenarsitzung vom 02.06.2008 wird der Magistrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

 

1. Werden Patienten in städtischen Krankenhäusern, welche nicht christlichen Glaubens, sprich Muslime sind, seelsorgerisch betreut?

 

2. Wenn ja, wie ist die Betreuung organisiert?

 

3. Sind die Seelsorger ehrenamtlich tätig oder stehen sie in einem Vertragsverhältnis mit den jeweiligen Krankenhäusern.

 

4. Wenn nein, was gedenkt die Stadt Frankfurt diesbezüglich zu unternehmen?

 

5. Wird der Wunsch der Patienten, seelsorgerisch von Seelsorgern ihres Glaubens betreut zu werden gegenüber dem Krankenhauspersonal, sprich Verwaltung geäußert?

 

Begründung:

Nach Berichten von einigen ehemaligen Patienten muslimischen Glaubens wurde deren Wunsch nach einer Betreuung durch einen Seelsorger ihres Glaubens, den sie gegenüber dem Personal städtischer Krankenhäuser äußerten, nicht nachgekommen. Die Angehörigen dieser Patienten haben daraufhin auf eigenes Betreiben einen entsprechenden Seelsorger organisiert.

Die Begleitung eines Patienten durch einen Seelsorger des eigenen Glaubens, die u. a. durch persönliche Gespräche und das aktive Ausüben der Religion stattfindet, ist für alle Patienten sehr wichtig, sie dient der Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts und ist somit für den Genesungsprozess von sehr großer Wichtigkeit.

 

gez. Enis Gülegen

(Vorsitzender der KAV)

Stellungnahme des Dez. X – Umwelt und Gesundheit –

Amt/Betrieb: 53.AL/S – Stadtgesundheitsamt –

Frankfurt a. M., 22.08.2008

 

Der Magistrat hat die nachstehende Stellungnahme am 05.09.2008 zur Kenntnis genommen.

 

Zu 1. und 2

In den Frankfurter Krankenhäusern werden grundsätzlich alle Patientinnen und Patienten, welche nicht christlichen Glaubens sind, durch die Krankenhausseelsorge betreut.

 

Auf besonderen Wunsch der Patientinnen und Patienten mit muslimischen Glauben wird über das Krankenhaus ein Kontakt zur entsprechenden Moscheegemeinde hergestellt. Hierzu liegen in der Regel Verzeichnisse mit Ansprechpartnern und den entsprechenden Telefonnummern bereit. Vielfach haben christliche Krankenhausseelsorger auch direkte Kontakte zu muslimischen Kollegen, die sie in solchen Fällen direkt kontaktieren.

 

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, beim Amt für multikulturelle Angelegenheiten Kontaktadressen und Telefonnummern von Seelsorgern unterschiedlicher Religionen zu erfragen.

 

Zu 3.

Die muslimischen Seelsorger sind ehrenamtlich tätig. Ein besonderes Vertragsverhältnis besteht in keinem Krankenhaus.

 

Zu 4.

Durch die internen organisatorischen Maßnahmen der Krankenhäuser ist im Bedarfsfall die Seelsorge für alle Patientinnen und Patienten, welche nicht christlichen Glaubens sind, sichergestellt. Die Stadt Frankfurt am Main sieht daher grundsätzlich keinen Handlungsbedarf.

 

Zur Optimierung wird das Stadtgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten bei den Krankenhäusern anregen, die unterschiedlich vorhandenen Kontaktdaten der muslimischen Seelsorger zusammenzufassen, um sie allen Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen.

 

Zu 5.

Der Wunsch der Patientinnen und Patienten, seelsorgerisch von Seelsorgern ihres Glaubens betreut zu werden, wird geäußert und hat zu der oben beschriebenen (siehe Antwort zur Frage 1 und 2) Verfahrensweise geführt.

 

gez. Jutta Ebeling

(Bürgermeisterin)

 

Beschluss der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung, 30. Sitzung vom 20.10.2008, Kenntnisnahme

inhalte teilen