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Odyssee einer Urkunde: Ausstellung zur Paulskirchenverfassung in Frankfurt

06.03.2024, 15:36 Uhr

Von Dienstag, 19. März, bis Freitag, 3. Mai, ist in der Paulskirche die Ausstellung „Odyssee einer Urkunde. Die Paulskirchenverfassung vom 28. März 1849“ zu sehen. Sie zeichnet das abenteuerliche Geschick der Verfassungsurkunde von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart nach. Teils spannend wie ein Krimi wird eine etwas andere Verfassungsgeschichte erzählt, die nicht nur die Arbeit der Parlamentarier würdigt, sondern entlang der Objektgeschichte auch darstellt, wie die Deutschen sich in ganz unterschiedlichen politischen Systemen mit ganz unterschiedlichen Narrativen auf die Revolution von 1848/49 bezogen.

Die Verfassungsurkunde hat Monarchien, eine Republik und zwei Diktaturen überdauert, und sie überstand zwei Weltkriege. Sie wurde als Werk der deutschen Volksvertreter ausgerechnet in der britischen Monarchie gesichert, geriet in die Hände eines Kleinkriminellen, war in über 300 Metern Tiefe eingelagert und tauchte auf einer Schutthalde an einem Potsdamer See wieder auf. Die Verfassungsurkunde – immer wieder versteckt, entwendet, ausgestellt, verschollen und wiederentdeckt – ist damit ein Spiegel des wechselhaften Verhältnisses der Deutschen zu ihrer Demokratiegeschichte.

An ihrem Ursprungsort Paulskirche können die Besucherinnen und Besucher auf einer Reihe von Schautafeln und anhand von Dokumenten und Bildern diese Odyssee nachvollziehen und damit auch erkennen, wie bedroht die Symbole der Demokratie schon immer waren – und dass auch die Demokratie selbst immer wieder angegriffen wird.

Realisiert wurde die Ausstellung von der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte mit Sitz in Weimar und Mainz. Sie basiert inhaltlich auf einer in den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages erarbeiteten Ausstellung, die im Sommer 2023 im Reichstagsgebäude in Berlin zu sehen war. Nun geht sie auf Tournee, gefördert vom Bundesministerium des Innern und für Heimat. In diesem Jahr sind weitere Stationen in Bonn und Weimar sowie in Berlin vorgesehen.

In der Paulskirche ist die Ausstellung ab 19. März täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen, wenn das Gebäude nicht für geschlossene Veranstaltungen genutzt wird. Der Eintritt ist frei.
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