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Der Terror von Hanau: Wenn Rassismus tötet

03.07.2024, 12:57 Uhr

Çetin Gültekin und Mutlu Koçak sprechen beim Projekt „Demokratiewerkstätten“ über ihr Buch „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ 

Gelernter Maurer, Familienmensch, Hanauer Bub. Am 19. Februar 2020 wird Gökhan Gültekin zusammen mit acht weiteren Menschen in Hanau von einem rechtsextremen Terroristen ermordet – weil er nicht in dessen rassistisches Weltbild passte.
 
Sein Bruder Çetin fasste am Grab den Entschluss: Gökhans Tod darf nicht vergessen werden. Mit dem Buch „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ setzen er und Co-Autor Mutlu Koçak den Opfern von Hanau ein Denkmal. Am Freitag, 12. Juli, lesen die beiden um 20 Uhr in der Buchhandlung Schutt in der Arnsburger Straße 68 aus dem berührenden Werk. Es ist Mahnung und Kampfansage gegen den tief verwurzelten Rassismus in Deutschland. Es zeigt: Wir sind nicht „die Anderen“, wir sind ein Teil der deutschen Gesellschaft. Anschließend gibt es die Möglichkeit für Gespräch und Austausch.
 
Gültekin wurde 1982 in Hanau geboren, die Eltern stammten aus der Türkei. Vor dem Anschlag war er bereits zweimal knapp dem Tod entkommen, hatte sich immer wieder ins Leben gekämpft und nie seine positive Art verloren. Nach seinem gewaltsamen Tod begann für die Angehörigen ein Albtraum. Die Familie ist zerrissen zwischen Trauer und dem Kampf um Gerechtigkeit – auch weil immer wieder neue Versäumnisse der Behörden ans Licht kommen.
 
Die Veranstaltung ist Teil des Projekts Demokratiewerkstätten der Volkshochschule Frankfurt und wird von Mitgliedern der Demokratiewerkstatt im FC Gudesding mitvorbereitet. Pressevertreterinnen und -vertreter sind herzlich willkommen.
 
Das Projekt Demokratiewerkstätten – Politische Bildung mal anders

Alle Menschen alle haben tagtäglich mit einer Vielzahl von Themen aus Gesellschaft und Politik zu tun. Sie werden mit zahlreichen Sichtweisen konfrontiert und über verschiedene Kanäle erreichen sie Informationen unterschiedlicher Qualität. Das fordert auf vielfältige Weise heraus. Informationen müssen eingeordnet und beurteilt werden. Es gilt, sich eine Meinung zu bilden, und darüber in einen respektvollen Dialog mit anderen zu treten.
 
Solchen Prozessen einen Raum zu bieten ist Kernaufgabe politischer Bildung. Doch die bisherigen Angebote erreichen nur die wenigsten. An dieser Stelle setzt das Projekt „Demokratiewerkstätten“ der Volkshochschule Frankfurt an. Statt eines klassischen, hierarchisch geprägten Bildungssettings haben die Demokratiewerkstätten selbstbestimmten Charakter. Sie finden dort statt, wo die Interessierten sind. Außerdem bestimmen die Teilnehmenden sowohl das Format der Treffen als auch die behandelten Themen sowie die Art und Weise der Auseinandersetzung mit diesen. Das einzige Kriterium ist, dass sie sich in den Feldern Politik, Geschichte, Wirtschaft und Gesellschaft bewegen. Davon abgesehen sind den Themen keine Grenzen gesetzt.
 
Ziel ist es, die Teilnehmenden in einem offenen Format dabei zu begleiten, sich die Themen anzueignen und selbstorganisiert Veranstaltungen politischer Bildung für sich und andere auf die Beine zu stellen. Bisher gibt es in Frankfurt insgesamt fünf Demokratiewerkstätten: im Riederwald, im Gallus, im Industriepark Höchst, im Sportverein FC Gudesding und in Sossenheim.
 
Weitere Informationen finden sich unter vhs.frankfurt.de/demokratiewerkstattExternal Link.

Fragen zum Projekt und zur Veranstaltung beantwortet Jana Freudenberger, Projektkoordinatorin an der VHS, unter Telefon 069/212-43304Internal Link sowie 0175/8957212Internal Link oder per E-Mail an jana.freudenberger.vhs@stadt-frankfurt.deInternal Link.

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