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14 Feldhamster für Frankfurt

15.05.2024, 14:53 Uhr

Feldhamsterdame Sandra kurz vor der Auswilderung; Foto: Lea Kreher
Feldhamsterdame Sandra kurz vor der Auswilderung © Umweltamt Frankfurt, Foto: Lea Kreher
Im Rahmen des Arten- und Biotopschutzkonzepts (ABSK) der Stadt Frankfurt am Main hat die AG Feldhamsterschutz (AGF) der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in Begleitung der Unteren Naturschutzbehörde am Mittwoch, 15. Mai, erneut 14 Feldhamster in Bergen-Enkheim ausgewildert. Damit soll die Population der Nager in Frankfurt geschützt werden.

Im vergangenen Jahr wurden erstmalig 14 Feldhamster auf einer eigens dafür angelegten Fläche in Bergen-Enkheim ausgewildert. Mit Erfolg – inzwischen konnten 53 neue Tiere nachgewiesen werden. Daran wird in diesem Jahr nun angeknüpft: Am 15. Mai wurden erneut 14 Feldhamster, die von der AG Feldhamsterschutz gezüchtet wurden, auf der Fläche ausgewildert. „Wir hoffen natürlich, dass sich auch unsere jungen Feldhamster in Frankfurt wohl fühlen und Teil einer stabilen Population werden“, sagt Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: „Denn der Feldhamster ist immer noch vom Aussterben bedroht. Die Zerschneidung seiner Lebensräume und intensive Landwirtschaft sind weiter eine ernsthafte Gefahr für seinen Bestand. Mit Auswilderungen wie dieser können wir jedoch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Art leisten.“

Julia Heinze und Valentina Baumtrog, Referentinnen für Feldhamsterschutz bei der HGON haben die circa einjährigen Feldhamster dafür behutsam in vorgebohrte Löcher eingesetzt. Etwas Futter als Proviant sowie einen kleinen Schutzkäfig für die ersten Tage in Freiheit gibt es ebenfalls dazu. „Wir hoffen sehr, dass wir auch in diesem Jahr an die Zahlen vom Vorjahr anknüpfen können und vielleicht schon eine erste Ausbreitungstendenz in die Umgebung erkennen können“, sagt Biologin Valentina Baumtrog. „Eine Bestandsstützung ist ein langfristiges Projekt, bei dem ein kontinuierlicher Nachsatz von Tieren über mehrere Jahre notwendig ist“, ergänzt Julia Heinze, Tierärztin und Leiterin der Feldhamsterzuchtstation der AGF. Der standardmäßige Zeitraum liege bei fünf Jahren, doch in der Regel könne man auch danach noch nicht einfach aufhören.
 
Durchgeführt wird das Projekt der Bestandsstützung in Bergen-Enkheim im Rahmen der Umsetzung des Frankfurter Arten- und Biotopschutzkonzepts, in welchem der Feldhamster gemeinsam mit 58 anderen Arten als Verantwortungsart geführt wird. Der Feldhamster wird bereits seit 2020 von der Weltnaturschutzorganisation als „weltweit vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Die Gründe dafür sind vielfältig: Lebensraumzerschneidung, Verinselung von Populationen, genetische Verarmung gepaart mit intensiver Landwirtschaft und unter anderem klimawandelbedingten extrem frühen Ernten machen den bunten Nagern zu schaffen. Das Resultat: Zu wenig Nachwuchs. Auf genau diesen sind die „Architekten unter dem Acker“, wie die Hamster auch genannt werden, aber angewiesen. „Der Feldhamster ist ein typisches Beutetier“, weiß Baumtrog und fährt fort: „Er ist daher auf eine hohe Reproduktionsrate, also viele Nachkommen pro Jahr, angewiesen“. Genau das konnte zumindest im vergangenem Jahr auf der Auswilderungsfläche bereits erreicht werden. Daumen sind gedrückt, dass auch in diesem Jahr viele „echte Frankfurter“ Hamster auf der Auswilderungsfläche geboren werden.

Dis Bestandsstützung wird mit Mitteln der Stadt Frankfurt im Rahmen der Umsetzung des Arten- und Biotopschutzkonzepts gefördert.
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