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Oberbürgermeister Feldmann überreicht Walter-Kolb-Gedächtnispreis an Dr. mult. Maximilian Pichl

08.09.2022, 14:51 Uhr

Preisträger Maximilian Pichl bei seiner Rede, Foto: Bernd Georg
Preisträger Maximilian Pichl bei seiner Rede © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Bernd Georg
Seit mehr als zehn Jahren beschäftigen die Mord- und Gewalttaten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) die Parlamente der Republik. 2011 kamen die Machenschaften der rechtsextremen Terrororganisation ans Licht kamen und zogen auf Bund- und Länderebene Untersuchungsausschüsse nach sich.
 
Haben sie Licht ins Dunkel um Behördenversagen, Fehleinschätzungen und V-Leute-Chaos gebracht? Fragen, die auch den Rechts- und Politikwissenschaftler Dr. mult. Maximilian Pichl nicht losließen. In seiner Dissertation im Fachbereich Rechtswissenschaften der Goethe-Universität nahm er unter der Überschrift „Untersuchung im Rechtsstaat“ die parlamentarische Aufarbeitung des NSU-Skandals unter die Lupe. Für diese Arbeit zeichnete Oberbürgermeister Peter Feldmann den 35-Jährigen am Donnerstag, 8. September, mit dem Walter-Kolb-Gedächtnispreis für 2021 aus.
 
Als „kaum zu überschätzender Beitrag“ würdigte Erstgutachter Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg Pichls Dissertation – ein Urteil, dem sich das Stadtoberhaupt in seiner Begrüßung anschloss. „Die Aufdeckung der Machenschaften des NSU stellt in vielerlei Hinsicht eine Zäsur dar“, sagte Feldmann. „Für mich ist es bis heute unbegreiflich, wie sich unter unseren Augen rechter Terror breitmachen konnte, wie Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Medien geschlafen haben. Die Aufarbeitung des NSU-Skandals muss weitergehen. Ihre Dissertation ist Teil dieser dringend benötigten Aufklärung. Sie vereint akribisches Arbeiten, kritisches Denken und Relevanz.“
 
Stadtverordnetenversammlung und Magistrat der Stadt Frankfurt am Main würdigen mit dem 1957 gestifteten Walter-Kolb-Gedächtnispreis herausragende Dissertationen der Goethe-Universität. Die Auszeichnung ist mit 2500 Euro dotiert. Für 2020 war der Preis Dr. Paul Dieter Lorenz zugedacht worden.
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