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Vorstellung der Ausstellung „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion“

05.11.2021, 14:04 Uhr

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig hat gemeinsam mit Prof. Diwi Dreysse für die Initiative 9. November und Kurator Marc Grellert die Ausstellung „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion“ am Freitag, 5. November, vorgestellt. Sie wird am Sonntag, 7. November, um 11 Uhr im Hochbunker in der Friedberger Anlage eröffnet.
 
Hartwig sagte: „Die Ausstellung verdeutlicht die kulturhistorische Tradition und bauliche Vielfalt, mit der Synagogen bis zum Novemberpogrom 1938 deutsche Stadtbilder prägten. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Festjahr ,1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘. Der Ausstellungsort, der Bunker, den die Nazis auf den Grundmauern der zerstörten Synagoge in der Friedberger Anlage errichteten, gemahnt die Ausstellungsbesucherinnen und Ausstellungsbesucher dabei zu jeder Zeit an den tiefen Bruch, den die Shoah für das jüdische Leben in Deutschland bedeutete.“
 
Die für städtische Gebäude zuständige Baudezernentin Sylvia Weber ergänzte: „Als Stadt ist es uns ein Anliegen, dass die wertvolle Arbeit des Vereins langfristig gesichert ist. Der Jahrestag der November-Pogrome steht unmittelbar bevor. Neues Bauen verstehe ich auch als kritische Baupolitik, die sich ihrer historischen Verantwortung bewusst ist und stellt. Denn überall in unserer Stadt wurden Menschen verfolgt, ermordet und ihrer Identität beraubt. Daraus folgt, dass wir Gedenkorte erhalten und neue Bauprojekte in ihrem historischen Kontext betrachten.“
 
Erika Hahn von der Initiative 9. November sagte: „Unsere Ausstellung im Hochbunker, erbaut auf der zerstörten Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft, versteht sich als Beitrag gegen aktuellen Antisemitismus und dient zur Erinnerung an die Shoa. Dieser authentische Ort verdeutlicht die brutale Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er muss in der Stadt als Begegnungsort und Mahnmal erhalten bleiben.“
 
Die an der TU Darmstadt entstandene Ausstellung, die in den letzten Jahren an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt gezeigt wurde, wird zukünftig auf Dauer in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte beheimatet sein. Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft hat die Initiative 9. November dabei mit 10.000 Euro unterstützt, die Eröffnung der neuen Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zu „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.
 
Die Ausstellung zeigt mit digitalen Technologien die virtuelle Rekonstruktion von mehr als 20 Synagogen, die zusammen mit über 1000 anderen 1938 von Nationalsozialisten zerstört wurden. Die ursprüngliche Ausstellung wurde dafür aktualisiert und durch zusätzliche Rekonstruktionen und Installationen erweitert, auch zu jüdischem Leben nach 1945.
 
Der Bunker in der Friedberger Anlage wurde nach der Zerstörung der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft durch die Nationalsozialisten am 9. November 1938 errichtet. Das martialische Bauwerk sollte die Erinnerung an das jüdische Gotteshaus aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängen. Die Initiative 9. November setzt sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich dafür ein, die Geschichte des Ortes in der Stadt bekannt zu machen. Seit 2004 informiert eine vom Jüdischen Museum kuratierte Dauerausstellung im Bunker über das jüdische Leben im Ostend.
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