FRANKFURT.DE - DAS OFFIZIELLE STADTPORTAL

FRANKFURT.DE - DAS OFFIZIELLE STADTPORTAL

header image

Meldungen

Großes Stadtgeläut lässt sich vor Ort oder im Internet erleben

24.11.2022, 15:34 Uhr

Glockenspiel in der Alten Nikolaikirche, Foto: Salome Roessler
Glockenspiel in der Alten Nikolaikirche, Foto: Salome Roessler © Salome Roessler / lens & light , Foto: Salome Roessler

Glocken der Innenstadtkirchen erklingen vor dem 1. Advent

Es ist eine beliebte Frankfurter Tradition, dem Großen Stadtgeläute in der Innenstadt zu lauschen. Am Samstag, 26. November, haben Frankfurterinnen und Frankfurter sowie Besucherinnen und Besucher die nächste Gelegenheit hierzu: Die Glocken der Innenstadtkirchen läuten die Adventszeit ein und bieten von 16.30 bis 17 Uhr ein einzigartiges Klangerlebnis.
 
Viermal im Jahr erklingt das Glockenkonzert: am Samstag vor dem 1. Advent, an Heiligabend und an den Samstagen vor Ostern und Pfingsten. Inzwischen gibt es als Ergänzung oder Alternative eine Onlineversion, die man zu Hause auf dem Computer oder auf dem Handy anhören kann. Eine entsprechende Audiodatei wird am Wochenende auf der Seite der Stadt Frankfurt am MainInternal Link eingestellt.
 
„Das Große Stadtgeläute ist etwas Außergewöhnliches. Für viele Frankfurter:innen ist es ein fester Termin, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit durch die Innenstadt zu spazieren, innezuhalten und der einzigartigen Klangfolge zu lauschen. Das Glockenkonzert bietet für viele auch in schwierigen Zeiten ein gemeinsames Erlebnis sowie ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht“, sagt Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, der für die Dotationskirchen zuständige Dezernent. „Mich freut es sehr, dass es wieder möglich ist, die 50 Glocken vor Ort anzuhören. Wer aber den Weg ins Zentrum scheut, der kann online zuhören – auch dieses Angebot gibt es nur zu den traditionellen Terminen des Stadtgeläutes. So bleibt es etwas ganz Besonderes.“
 
Das Glockenkonzert hat eine lange Tradition: Das erste Läuten aller Frankfurter Glocken ist bereits im Jahr 1347 belegt, zur Begräbnisfeier von Kaiser Ludwig IV. Auch bei Anlässen wie den Wahlen von Königen und Kaisern oder Goethes 100. Geburtstag ließ man die Glocken der Frankfurter Kirchen läuten. 1856 beschloss der Senat der Freien Stadt Frankfurt dann, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten ein Geläute zu veranstalten. Jedoch verbirgt sich hinter dem heutigen „Großen Stadtgeläute“ eine Abstimmung der klanglichen Disposition aller einbezogenen Kirchen. Jede der beteiligten Kirchen hat ein eigenständiges, sehr unterschiedliches Geläute, das sich harmonisch einfügt. Die Komposition des weltweit einzigartigen halbstündigen Konzerts geht auf den Mainzer Glockensachverständigen Prof. Paul Smets zurück, der das Klangbild 1954 zusammengestellt hat.
 
Zehn Kirchen mit insgesamt 50 Glocken erklingen in einer festgelegten Reihenfolge und sind perfekt aufeinander abgestimmt. Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Daraufhin folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, im Anschluss stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters, des östlichsten Punkts des Großen Stadtgeläutes. Es fügen sich die sechs Glocken der Leonhardskirche am Main sowie die vier Glocken des Karmeliterklosters ein. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg ergänzen das Klangbild, bevor die auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche mit ihren fünf Glocken ins Stadtgeläute einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms, unter anderem die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen sowie die zweitschwerste Bronzeglocke Deutschlands. Insgesamt wiegen die 50 Glocken der zehn Innenstadtkirchen gemeinsam 64.804 Kilogramm.
 
Die beliebtesten Standorte sind die Hauptwache, der Liebfrauenberg, der Paulsplatz, der Römerberg und der Eiserne Steg. Einen speziellen Ort, um das Große Stadtgeläut am besten zu hören, gibt es aber nicht: Um es aktiv mitzuerleben, bietet sich ein kleiner Rundgang durch die Innenstadt an.

inhalte teilen