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Starke Frauen – Starkes Europa

10.05.2022, 13:27 Uhr

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg bei ihrer Rede zum Friedenspreis von Stadt und Europa-Union; Foto: Maik Reuß
Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg bei ihrer Rede zum Friedenspreis von Stadt und Europa-Union © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Maik Reuß
Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg verleiht den Friedenspreis von Stadt und Europa-Union an die Frauen der Ukraine 

„Der Krieg hat kein weibliches Gesicht – aber mitten im Krieg sind die Frauen zur Stelle, um anderen zu helfen. Sie bewahren die Menschlichkeit, sie retten Leben, sie berichten und sie kämpfen. Heute wollen wir diese Frauen würdigen.“ Mit diesen Worten begründete Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg die Entscheidung der Stadt und der Europa-Union, den Friedenspreis an alle ukrainischen Frauen zu vergeben. Am Montagabend, 9. Mai, hat die stellvertretende Generalkonsulin der Ukraine, Olha Roman, den symbolischen Preis in der Paulskirche entgegengenommen.
 
Vor den 350 Gästen des Empfangs mit dem Titel „Starke Frauen – Starkes Europa“ würdigte Eskandari-Grünberg in ihrer Laudatio beispielhaft die Leistungen einzelner ukrainischer Frauen: Olga Skrypnyk, die seit Jahren mit der Menschenrechtsorganisation Crimean Human Rights Group russische Kriegsverbrechen dokumentiert; Olena Schewtschenko, die sich für die Belange von LGBTIQ-Menschen einsetzt; Oleksandra Matwijtschuk, die mit Center for Civil Liberties die Machenschaften der russischen Armee beispielsweise in Bucha aufklärt – und Viktoria von Rosen, die im StadtRaumFrankfurt die ehrenamtliche Hilfe für Geflüchtete organisiert. „Die Frauen der Ukraine stehen für den Kampf um Freiheit und Ddemokratie“, sagte Eskandari-Grünberg.
 
In einer von Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner moderierten Talkrunde gingen von Rosen, die Sozialarbeiterin Virginia Wangare Greiner und die Comedienne Enissa Amani der Frage nach, was Frauen stark macht. „Verantwortung“, lautete die Antwort von Viktoria von Rosen. Wangare Greiner meinte: „Frauen sind stark, weil sie erkennen und machen, was zu tun ist.“ Wichtig sei vor allem Bildung, ergänzte Amani.
 
Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk beschrieb in einer Videobotschaft ihren Einsatz für Schutzkorridore für die Zivilbevölkerung. Sie schaffte es, 500 Menschen aus der umkämpften Stadt Mariupol in Sicheheit zu bringen. Dass Frauen auch in Belarus erfolgreich kämpfen, beschrieb die Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Olga Karach: „Präsident Lukaschenka konnte uns nicht stoppen, wir werden immer stärker.“ Unter anderem initiierte Karach einen Appel zum Desertieren an belarussische Soldaten, bisher sind 20.000 geflüchtet.
 
Einen starken Auftritt legte die 13 Jahre alten Geigerin Olexandria Chekalenko aus Odessa als Solistin des Geflüchteten-Orchesters „Bridges“ in der Paulskirche hin. Erst vor zwei Monaten ist sie mit ihrer Mutter aus der Ukraine geflohen.
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