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Neue Plakatkampagne des Frauenreferats zum Thema Übergriffe im öffentlichen Raum

14.08.2020, 16:30 Uhr

v.l.n.r.: Rosemarie Heilig, Gabriele Wenner, Sonja Schindler, Saher, Linda Kagerbauer, Tooba, Amna
v.l.n.r.: Rosemarie Heilig, Gabriele Wenner, Sonja Schindler, Saher, Linda Kagerbauer, Tooba, Amna © Frauenreferat, Stadt Frankfurt am Main , Foto: Jeannette Petri

Frauendezernat und Frauenreferat starten Kampagne gemeinsam mit Mädchen und jungen Frauen

Für Frauendezernentin Rosemarie Heilig und Frauenreferatsleiterin Gabriele Wenner haben der Schutz und die persönliche Sicherheit von Frauen und Mädchen im städtischen Alltag oberste Priorität. „Mädchen in Frankfurt haben in den letzten Monaten von der Zunahme sexistischer und rassistischer Beleidigungen oder Belästigung auf Straßen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln berichtet. Das können wir so nicht hinnehmen. Alle Frankfurter*innen sind gefordert, wenn es um das Eintreten für Respekt und den Kampf gegen Diskriminierung geht“, fordert Heilig.

„Macht euch nicht so breit, Jungs“

Die Plakatmotive der Kampagne sind inspiriert von den Erfahrungen und Forderungen von Mädchen und jungen Frauen selbst. Sie sind im Rahmen der Aktionen rund um den Internationalen Mädchentag in Frankfurt am 11. Oktober erhoben worden.

Mit der Plakatkampagne greift das Frauenreferat diese Forderungen auf: An über 600 Litfaßsäulen und Plakatwänden sind ihre Appelle zu sehen.

Es geht um Übergriffe und sexuelle Belästigung auf der Straße, in der Bahn oder auf dem Weg zum Supermarkt, die zu den alltäglichen Erfahrungen von Mädchen und Frauen zählen. Dazu gehören zum Beispiel Blicke, Pfiffe, rassistische und sexistische Bemerkungen und „Witze“, Kommentare über das Aussehen, „zufällige“ Berührungen oder Angrapschen.

Dies führt dazu, dass Mädchen und Frauen öffentliche Orte deutlich als Angsträume empfinden und teilweise meiden.

„Diese Form von Gewalt durch sexueller Belästigung und rassistische Übergriffe im öffentlichen Raum ist nicht neu. Das Frauenreferat und viele feministische Bewegungen arbeiten weltweit daran, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir wollen, dass sich Mädchen und junge Frauen überall sicher und gewaltfrei bewegen können“, sagt Gabriele Wenner.

„Die Corona-Pandemie sowie die aktuelle gesellschaftliche Situation in Bezug auf Rassismus, rechte Gewalt und Antifeminismus habe ebenfalls dazu beigetragen, dass sich Ängste und diskriminierende Erfahrungen von Mädchen im öffentlichen Raum verstärkt haben“, berichtet Sonja Schindler vom IB FEMA – Treffpunkt für Mädchen und junge Frauen als Vertreterin des Arbeitskreises zum Internationalen Mädchentag. Gemeinsam mit anderen Pädagog*innen und Mädchen war sie an der Konzeption der Kampagne beteiligt.


Alle Frauen und Mädchen haben das Recht auf Respekt. So lautet der Slogan der Kampagne.

Einige Motive der neuen Kampagne des Frauenreferats
Kampagne des Frauenreferats © Frauenreferat, Stadt Frankfurt am Main
„Sexistische und diskriminierende Beleidigungen sind Alltag. Viele Mädchen und junge Frauen sind mit dem Klischee aufgewachsen, sie müssten sich das gefallen lassen. Mädchen und junge Frauen haben das Recht, dass ihre Grenzen respektiert werden. Das gilt für zu Hause, ebenso wie für den öffentlichen Raum. Wir wollen mit der Kampagne sowohl informieren und ermutigen als auch Klischees abbauen und zur Zivilcourage und Solidarität aufrufen“, ergänzt Linda Kagerbauer, Referentin für Mädchenpolitik im Frauenreferat.

„Wir wollen Respekt und haben keinen Bock mehr auf dumme Anmache und Rassismus. Wir wollen ernst genommen werden“, ergänzen Tooba, Amna und Saher. Die drei Mädchen waren an der Auswahl der Motive und Aussagen der Kampagne beteiligt. Alle drei sind seit Jahren beim Internationalen Mädchentag aktiv.

Mit der Plakatkampagne kämpft das Frauenreferat gemeinsam mit vielen Kooperationspartner*innen gegen Klischees und Vorurteile: Sexistische Sprüche sind keine Komplimente, sondern Übergriffe. Belästigung ist Gewalt.

An der Kampagne sind sowohl Frankfurter Mädchen als auch der Arbeitskreis zum Internationalen Mädchentag beteiligt.

Mit dabei sind unter anderem der Verein JuLe-Treff-LIBS, FeM Mädchenhaus Frankfurt, Verein Frankfurter Partizipationsprojekt – FraPa - Paritätisches Bildungswerk Bundesverband, Internationaler Bund (IB) - fema -Treffpunkt für Mädchen und Frauen, Verein Saz Rock , Verein infrau, Mädchenbüro Milena, Verein Junularo Frankfurt – Mädchenkulturzentrum Mafalda& Café Escabana an der HeLa.

Auf der Kampagnenhomepage http://www.klischeefreie-zone-ffm.de/plakatkampagne/External Link sind alle Plakativmotive mit Zahlen, Daten und Fakten zu finden. Zudem sind dort Adressen von Beratungsstellen und Anlaufstellen für Mädchen und junge Frauen abrufbar.
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