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Klima prägt Stadt: Diskussion liefert Beispiele für klimagerechte Stadtplanung

16.09.2020, 15:30 Uhr

Bernhard Schwarz, Nicole Pfoser, Gerhard Hauber, Hans-Georg Dannert und Moderatorin Kristina Oldenburg
v.l.n.r.: Bernhard Schwarz, Nicole Pfoser, Gerhard Hauber, Hans-Georg Dannert und Moderatorin Kristina Oldenburg © Umweltamt, Stadt Frankfurt am Main
Klimaangepasste Architektur und Stadtplanung, wie geht das zusammen? Zum Beispiel so: Man begrünt Gebäude, nutzt Regenwasser und codiert geplante Stadtquartiere nach Klima-Kriterien. Diese Meinung vertraten jedenfalls drei Experten am Dienstagabend, 15. September, bei der online-Diskussion „Klima prägt Stadt“ im Haus am Dom. Die vom Umweltdezernat organisierte Veranstaltung fand großes Interesse, der Saal mit dem geladenen Fachpublikum war ausgebucht. Auch online diskutierten Bürger engagiert mit.

Hans-Georg Dannert, Leiter Stadtklima und Klimawandel im Umweltamt, lieferte Daten und Fakten zum Frankfurter Stadtklima: „Bereits heute ist Frankfurt, wie so viele andere auch, stark überhitzt – Tendenz steigend.“ Schuld daran sei vor allem die Struktur der Stadt, Gebäude, Straßen – alles aus wärmespeicherndem Stein - und dazu eine mancherorts mangelhafte Durchlüftung. „In der wärmsten Stadt Deutschlands - ein bittersüßer Titel, den sie 2018 erhalten hat - muss sich etwas ändern“, resümierte Dannert.

 

Was das sein könnte, zeigten die geladenen Experten aus ganz Deutschland an Hand von Praxisbeispielen. Bernhard Schwarz von der Sinai - Gesellschaft von Landschaftsarchitekten aus Berlin stellte mit dem Bundesgartenschau-Gelände in Heilbronn die Entwicklung eines neuen Stadtteils vor, der auf die kommende Zeit gut vorbereitet ist. Es gehe darum „Natur und Mensch in Einklang zu bringen“, sagte Schwarz. Er schlug unter anderem eine „Klima-Codierung“ von Planungsgebieten vor.

 

Nicole Pfoser vom Kompetenzzentrum Gebäudegrün und Stadtklima aus Nürtingen veranschaulichte die vielfältigen Vorteile und unterschiedlichsten Möglichkeiten, Gebäude in Neubau und Bestand zu begrünen und damit fit für den Klimawandel zu machen. „Begrünung rechnet sich“, lautete ihr Fazit.

Gerhard Hauber von Ramboll Studio Dreiseitl aus Berlin vertiefte das Thema Wasser und stellte vor, was ein umfassendes (Regen-)Wassermanagement alles bewirken kann. Sein Credo lautet „naturnahe Wasserkreisläufe“. Regenwasser sollte im Wohnumfeld genutzt werden und nicht in den Kanal fließen.

In der Diskussion herrschte Einigkeit, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und sowohl die Politik, als auch die Planer bis hin zu den Bauherren gefordert sind, ihr Verhalten mutig zu überdenken. Aspekte wie Ausrichtung, Regenwassermanagement, Gebäudebegrünung und Materialwahl müssten bereits im frühen Stadium jeder Planung auf ihre Klimawandelangepasstheit hin überprüft und auf eine neue Weise realisiert werden.

Wie weit das Thema reicht, verdeutlichten auch die Kooperationspartner des Abends: Katholische Akademie Rabanus Maurus, Kuratorium Kulturelles Frankfurt, Institut für Stadtbaukunst und Umweltforum Rhein-Main. Als Schirmherrin fungierte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Die Veranstaltung wurde vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als Teil des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 gefördert. Das Video der Veranstaltung ist unter https://youtu.be/8BtmCUKdbd4External Link abrufbar.

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