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Jetzt kommt Knut: Flexibler Nahverkehr für den Frankfurter Norden startet

04.10.2021, 15:53 Uhr

RMV-Geschäftsführer Knut Ringat, traffiQ-Geschäftsführer Tom Reinhold, Mobiltätsdezernent Stefan Majer, OB Peter Feldman. Foto: Holger Menzel
Knut Ringat (RMV), Tom Reinhold (TraffiQ), Mobiltätsdezernent Stefan Majer, OB Peter Feldman. © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Holger Menzel
Innovativer neuer Baustein für Frankfurts Nahverkehr

Jetzt darf in Bonames, Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach „geknutet“ werden. Denn „Knut“ heißt das neue On-Demand-Angebot, das Oberbürgermeister Peter Feldmann gemeinsam mit Mobilitätsdezernent Stefan Majer und Vertretern von RMV, traffiQ, CleverShuttle und ioki am Montag, 4. Oktober, offiziell auf dem Marktplatz in Bonames eröffnet hat. Ab sofort können Fahrgäste in den vier nördlichen Frankfurter Stadtteilen ein neues, flexibles Nahverkehrsangebot nutzen, das sie in elektrischen Kleinbussen ohne festen Fahrplan ans Ziel bringt.

Für den ebenso einfachen wie einprägsamen Namen des neuen On-Demand-Angebots hat sich traffiQ entschieden. Die drei Kleinbusse, die traffiQ beschafft hat, sollen täglich von fünf Uhr morgens bis ein Uhr nachts im Einsatz sein. Für den Ein- und Ausstieg stehen den Fahrgästen rund 600 „virtuelle“, aber auch schon bestehende Haltestellen zur Verfügung. Fahrten zwischen den Stadtteilen sind ebenso möglich wie Fahrten zu Umsteigepunkten, etwa zu der U-Bahn in die Innenstadt.

Der Service schließt die Lücke zwischen Bus und Taxi: Man ruft den Shuttle über die App „RMV On-Demand“ oder das RMV-Servicetelefon 069/24248024 und kann in der Regel 10 bis 15 Minuten später an einem vereinbarten Platz in der Nähe einsteigen – zuvor ist jedoch eine persönliche Registrierung in unserer Mobilitätszentrale VerkehrsinselExternal Link notwendig. Fahren mehrere Fahrgäste in die gleiche Richtung, kombiniert ein intelligenter Algorithmus ihre Fahrtwünsche.

Die Fahrt mit den kleinen Flitzern ist in den Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) integriert, hat aber aufgrund des besonderen Services eine eigene Struktur.

„Wer mobil sein will, braucht ein Auto – das war einmal“, stellt Oberbürgermeister Peter Feldmann fest. „Heute zeigt der ÖPNV, wie urbane Mobilität aussieht. Und dort, wo die U-Bahn nicht im Minutentakt fährt, sorgen jetzt Projekte wie Knut für Anschluss. Damit kommt der Bus zu mir, genau dann, wenn ich ihn brauche. Knut ist so individuell wie die Mobilitätsbedürfnisse der Frankfurterinnen und Frankfurter – so wird der städtische Nahverkehr weiter gestärkt.“

Mobilitätsdezernent Stefan Majer führt weiter aus: „Das On-Demand-Angebot Knut ist ein weiterer Baustein zu einem attraktiven, schnellen und bequemen Nahverkehr in Frankfurt – und das umweltschonend mit E-Antrieb. Damit ist Knut ein klimafreundlicher Beitrag zur Mobilitätswende.“

Pro Fahrt fällt ein Grundpreis von zwei Euro an, von dem jedoch Inhaber einer gültigen Fahrkarte, Kinder und Mitfahrende befreit sind. Hinzu kommt ein Komfortaufschlag von einem Euro und ein Kilometerpreis von 30 Cent. Bezahlen können die Fahrgäste über die App per Kreditkarte oder mit PayPal. Zudem kann im Fahrzeug per Karte bezahlt werden.

Zum Einsatz kommen drei elektrisch betriebene Kleinbusse des Mercedes-Typs eVito Tourer Pro. Sie werden mit Strom aus regenerativen Quellen geladen und sind somit zu 100 Prozent emissionsfrei. Die klimatisierten Kleinbusse bieten fünf Sitzplätze. Der Ein- und Ausstieg erfolgt komfortabel über große seitliche Schiebetüren. Der Innenraum ist großzügig gestaltet, sodass beim Ein- und Ausstieg keine Sitze umgeklappt werden müssen. Auch an die Mitnahme von Fahrgästen mit Rollstuhl ist gedacht: Hierzu wird eines der drei Fahrzeuge derzeit noch so umgebaut, dass über eine Rampe Fahrgäste mit Rollstuhl komfortabel und sicher einsteigen und mitfahren können.

Betreiber von Knut ist die Firma CleverShuttle, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. CleverShuttle hat langjährige Erfahrung im Aufbau von elektrischen On-Demand-Verkehren deutschlandweit und betreibt seit 2021 etwa den Hopper im Kreis Offenbach und den HeinerLiner in Darmstadt. Die intelligente On-Demand-Plattform hinter dem RMV-Projekt entwickelte die in Frankfurt ansässige DB-Tochter ioki. Sie ist mit rund 65 Verkehren auf der Straße der größte Plattformanbieter für On-Demand-Mobilität in Europa und konnte sich als Technologiepartner in einer europaweiten Ausschreibung für das gesamte RMV-Gebiet durchsetzen.

Das Angebot ist Teil des RMV-On-Demand-Projekts, dem neben Frankfurt neun weitere lokale Partner angehören und das mit insgesamt 27 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur gefördert wird. So wird in zehn Städten und Landkreisen ein vernetztes Angebot geschaffen, das das On-Demand-Projekt des RMV in Europa einmalig macht. traffiQ geht als vierter Partner dieses Netzwerks an den Start, weitere werden bald folgen.

In dem Projekt verantwortet der RMV die zentrale Koordination und entwickelt einen Rahmen für die Preisgestaltung. Er bündelt Information, Buchung, Bezahlung und Kundenservice. Die lokalen Partner sind die Verkehrsgesellschaften und Nahverkehrsorganisationen der Städte und Landkreise. Hierzu zählen Frankfurt am Main (traffiQ), Kreis Offenbach (kvgOF), Hofheim (MTV), Kelsterbach (LNVG GG), Limburg an der Lahn (Stadt Limburg), Kreis Darmstadt-Dieburg (DADINA), Taunusstein (RTV), Hanau (HSB), Wiesbaden (ESWE) und Darmstadt (HEAG mobilo).

Weitere Informationen über das Projekt gibt es unter rmv.de/ondemandExternal Link.

Weitere Stimmen zu dem Projekt

Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ Frankfurt, betont: „Öffentliche Verkehrsmittel sind der Schlüssel für die Mobilität der Zukunft. Gemeinsam mit den Partnern neue Bedienungsformen wie Knut zu erproben, hilft uns, einen zukunftsfähigen und attraktiven Nahverkehr zu entwickeln. Der On-Demand-Verkehr erweitert den lokalen Nahverkehr um einen flexiblen Baustein. Wir sind dem RMV dankbar für die Führungsrolle, die er hier wahrnimmt.“

Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, sagt: „Mit unserem On-Demand-Projekt schaffen wir in zehn Städten und Landkreisen eine neue Form der öffentlichen Mobilität, die Bus und Bahn hervorragend ergänzt. Die Shuttles sind dort stark, wo der ÖPNV nicht ganz passgenau fahren kann – früh morgens, spät abends und abseits der üblichen Linienwege. Sie bringen den ÖPNV bis fast an die Haustür und fahren dann, wenn sie gebraucht werden. Ich bin davon überzeugt, dass Knut in Frankfurt stark gefragt sein wird.“

Bruno Ginnuth, Geschäftsführer und Co-Gründer von CleverShuttle, betont: „Unsere langjährige Erfahrung in der effizienten Umsetzung und intelligenten Aussteuerung von On-Demand-Verkehren fließt in das neue Projekt ‚Knut‘ ein. Wir sind stolz, mit ‚Knut‘ nun bereits den vierten Verkehr im On-Demand-Großprojekt des RMV auf die Straße zu bringen. Gemeinsam mit traffiQ und unseren Fahrerinnen und Fahrern geht es jetzt darum, Knut als beliebtes tägliches Transportmittel unter den Frankfurterinnen und Frankfurtern zu etablieren.“

Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki, fügt hinzu: „Dank der intelligenten Software von ioki sind die Shuttles immer auf der besten und schnellsten Route unterwegs, bilden automatisch Fahrgemeinschaften und machen das Buchen per App für die Fahrgäste ganz einfach. Die Bürgerinnen und Bürger in Frankfurts Norden haben damit eine tolle Alternative zum Auto für die erste und letzte Meile bis zur Haustür oder zur ÖPNV-Haltestelle.“

Wofür steht der Name Knut?

„Da darf gerne spekuliert werden“, meint traffiQ-Geschäftsführer Reinhold. Ein paar knutige Möglichkeiten:

Kompakt. Nachhaltig. Urban. Typisch Frankfurt.

  • Kompaktes neues urbanes Transportmittel.
  • Kunden nahtlos unkompliziert transportieren.
  • Kleinbusse – nachhaltig, unkompliziert, täglich.
  • Kurze Wartezeiten. Nachhaltiger Transport. Unkomplizierter Bestellvorgang. Tägliche Verfügbarkeit.

Wichtig war traffiQ jedoch eines: Der Name des neuen Verkehrsmittels sollte kurz, leicht verständlich und schnell zu merken sein. Knut eben.


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