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Einladung zum 50. Jahrestag der Städtebauförderung

03.05.2021, 14:05 Uhr

Illustration Historischer Grundriss der Römerstadt
Illustration Historischer Grundriss der Römerstadt © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main

Virtuelle Erkundung der Römerstadt als wichtiges Zeugnis des Neuen Frankfurt

Zum diesjährigen Tag der Städtebauförderung steht die Römerstadt im Fokus. Wegen der anhaltend pandemischen Lage geht das Stadtplanungsamt neue Wege und ermöglicht der interessierten Öffentlichkeit, die Römerstadt am Samstag, 8. Mai, virtuell zu erkunden.

In den 1920er Jahren entstanden in Frankfurt unter dem damaligen Oberbürgermeister Ludwig Landmann und dem Stadtbaurat Ernst May eine Vielzahl an Siedlungen im Zeichen des Neuen Bauens. In einer atemberaubenden Geschwindigkeit versuchte die Stadt, der drängenden Wohnungsnot durch ein umfassendes Wohnungsbauprogramm entgegenzuwirken. Das Programm war Teil einer sozial-reformerischen Gesamtstrategie, das den solidarischen Menschen in den Mittelpunkt stellte. Es wurde nicht einfach gebaut, sondern gebaut für ein neues Leben.

In nur fünf Jahren entstanden zwischen 1925 und 1930 circa 12.000 neue Wohnungen in rund 20 Siedlungen. Oberstes Ziel war die Schaffung von funktionalen, bezahlbaren Wohnungen mit sparsamen Grundrissen für die „kleinen Leute“ bei gesunden Wohnverhältnissen und einem hohen Gestaltungsanspruch. Die Wohnungen verfügten über eine hochmoderne technische Ausstattung. Um Baukosten zu sparen, wurden Hauszeilen und Grundrisse bei der Herstellung typisiert und mechanisiert. Die Siedlungen orientieren sich städtebaulich an den Leitideen der englischen Gartenstadtbewegung und bilden räumlich ganz eigenständige Qualitäten durch ein enges Wechselspiel von Gebäuden und Freiräumen.

Durch die damals herannahende Weltwirtschaftskrise wurde das ehrgeizige Bauprogramm der Ägide May vorzeitig ausgebremst und kam nach kurzer Schaffenszeit zum Erliegen. Festzuhalten gilt, dass die Bauten des Neuen Frankfurts und Mays Verständnis von Funktionalismus national und international große Beachtung fanden. Sie sind wie das Bauhaus ein prägendes Bild der deutschen Moderne. Ein Großteil der Siedlungen steht heute unter Denkmalschutz.

Hieran anknüpfend hat sich die Stadt Frankfurt im Vorfeld der 100-Jahr Feier des „Neuen Frankfurt“ (2025) erfolgreich um eine Aufnahme in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ beworben. Ziel ist, die in das Programm aufgenommenen Siedlungen Römerstadt, Riederwald-Ost und Heimatsiedlung denkmalgerecht zu erhalten und zeitgemäß aufzuwerten. Aber auch die Gesamtleistung des Neuen Bauens soll verstärkt in der Breite vermittelt und das baukulturelle Erbe der Stadt selbstbewusst in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „Dazu zählt auch, sich mit den Vor- und Nachteilen des Siedlungsbaus auseinanderzusetzen, sich der Qualitäten zu besinnen, aus ihnen zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse zeitgemäß auf heutige Bauaufgaben zu übertragen“, sagt der heutige Planungsdezernent Mike Josef.

Die Veranstaltung wird durch architour.de Frankfurt ausgerichtet und live gestreamt. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte tauchen virtuell in die Römersiedlung ein, erkunden ein Stück Baukultur, erfahren Hintergrundinformationen, angereichert durch Beiträge, Illustrationen und Archiv-Aufnahmen. Interaktiv besteht über eine Chat-Funktion die Möglichkeit, sich in die Veranstaltung einzubringen. Ein erster Vorgeschmack ist in einer Video-Teaser-Ankündigung zu sehen unter https://youtu.be/WU9bYf8bMC4External Link.

Die Veranstaltung findet statt am Samstag, 8. Mai, von 17 bis 18.30 Uhr als Livestream als Zoom-Konferenz. Die Anmeldung ist auf der Seite von architour unter https://www.architour.de/touren/External Link  möglich. Nach erfolgreicher Anmeldung geht eine E-Mail mit dem Link zur Web-Konferenz und weiteren Informationen zu.

 

Weitere Hinweise finden sich in dem beigefügten PDF.

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