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Positiver Trend, aber weiter Handlungsbedarf

24.02.2020, 16:30 Uhr

Stadtpolizei zieht Jahresbilanz zu Alkohol-Testkäufen durch Jugendliche.

Im Rahmen von acht Testkauf-Aktionen überprüfte die Stadtpolizei des Ordnungsamtes 2019 die Einhaltung jugendschutzrechtlicher Vorschriften beim Verkauf alkoholischer Getränke. Bei insgesamt 150 Kontrollen, zwischen Mai und Dezember, davon 86 Erst- und 64 Nachkontrollen, konnte in 30 Prozent der Überprüfungen die widerrechtliche Abgabe von Alkohol an Jugendliche festgestellt werden. Der niedrigste Wert seit Beginn der Maßnahmen im Jahr 2014, aber dennoch kein Grund zur Freude, konnten sich die jugendlichen Testkäufer doch fast bei jedem dritten Kauf unbehelligt mit harten Alkoholika eindecken. Besorgniserregend ist dieses Ergebnis vor allem, weil sich die Quote der Verstöße bei Nachkontrollen auf dem Niveau von zum ersten Mal kontrollierten Betrieben bewegt. Hier setzte also bei nicht wenigen bereits auffällig geworden Betrieben der erhoffte Lerneffekt nicht ein. Am häufigsten kontrolliert wurden Supermärkte (71 Kontrollen) und Kioske (48 Kontrollen). Bemerkenswert ist hierbei die überdurchschnittliche Beanstandungsquote in Supermärkten von knapp 34 Prozent, trotz hoher Qualitätsstandards in diesen Betrieben.

Für Sicherheitsdezernent Markus Frank genug Gründe, weiterhin Kontrollen mit Alkoholtestkäufen durch Jugendliche durchzuführen: „Eine Beanstandungsquote von 30 Prozent bei Betrieben, die nachweislich bereits in der Vergangenheit widerrechtlich Alkohol an Jugendliche abgaben, ist eindeutig zu hoch. Zum Schutze von Kindern und Jugendlichen müssen wir hier weiter aktiv bleiben und vor allem Wiederholungstätern kontinuierlich auf die Finger schauen.“

Seit 2014 werden Alkohol-Testkäufe durch Jugendliche durchgeführt. Der Trend seitdem ist positiv. Während 2014 noch knapp 47 Prozent der kontrollierten Betriebe allzu sorglos in der Abgabe mit Alkohol auffielen, sank dieser Wert über die Jahre ab (2015 43 Prozent, 2016 31 Prozent, 2017 31 Prozent, 2018 32 Prozent) und verfestigte sich seit 2016 auf circa 30 Prozent. Dieser Wert konnte auch für 2019 festgestellt werden.

„Ob Unwissenheit, Gleichgültigkeit oder reine Profitgier. Mögliche Ausreden und Begründungen sind vielfältig, ändern aber nichts daran, dass es in Frankfurt am Main Kindern und Jugendlichen immer noch viel zu leicht gemacht wird, sich mit alkoholischen Getränken einzudecken“, sagt Frank.

Bei dem Programm „Testkäufe Alkohol“ werden in jeweils ausgewählten Stadtteilen Jugendliche eingesetzt, die in Lebensmittelmärkten, Kiosken, Tankstellen und sonstigen Verkaufsstellen Alkohol erwerben wollen. Dabei werden sie durch besonders ausgebildete Stadtpolizisten begleitet und zuvor für ihren Einsatz durch den Präventionsrat der Stadt geschult.

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