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Vor der Einschulung: Gesundheitsamt untersucht alle Kinder mit besonderen Bedarfen

13.07.2022, 13:52 Uhr

Damit der Start in die Schule gut gelingt, lädt das Gesundheitsamt alle Frankfurter Vorschulkinder zur Schuleingangsuntersuchung ein. Dieses Jahr jedoch haben nicht alle Familien, deren Kinder nach den großen Ferien erstmals in die Schule gehen, eine postalische Einladung erhalten.

„Durch die Corona-Pandemie konnten wir erst später und zunächst auch nur in kleinerem Umfang mit den Eingangsuntersuchungen starten, im Februar kamen die ersten Geflüchteten aus der Ukraine in Frankfurt an – somit konnten wir unserem Auftrag nicht vollständig nachkommen“, sagt Dr. Maria Karathana, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin. „Wir bedauern dies sehr, denn die Schuleingangsuntersuchung ist eine der ureigenen Aufgaben eines Gesundheitsamts.“

Jedes Jahr untersuchen zwei Teams mit je zwölf Ärztinnen und Ärzten sowie medizinischen Fachangestellten aus Karathanas Abteilung rund 7000 junge Frankfurterinnen und Frankfurter, testen in einem 60 bis 90-minütigen Check deren Hör- und Sehvermögen, messen Größe und Gewicht, betrachten die körperliche Entwicklung, den allgemeinen Gesundheitszustand und beurteilen die schulischen Vorläuferfähigkeiten und Fertigkeiten anhand eines entwicklungsneurologischen Screenings. Bei Kindern, die besondere Hilfestellungen brauchen, etwa weil sie im Rollstuhl sitzen oder nicht sehen können, beraten die Kinder- und Jugendmedizinerinnen sowie -mediziner, welche Schule infrage kommt und mit welchen Hilfestellungen man die künftigen Schülerinnen und Schüler unterstützen kann, damit sie gut im Schulalltag und der Klassengemeinschaft ankommen. Zu diesen 7000 Vorschulkindern gesellen sich noch einmal rund 1000 Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger, also Kinder, die von überall her nach Frankfurt ziehen und hier dann zum Beispiel die dritte Klasse besuchen. Dieses Jahr kamen darüber hinaus noch etwa 700 Kinder aus der Ukraine hinzu.

„Gewöhnlich beginnen wir im September mit den Untersuchungen und gehen nach Prioritäten vor – zuerst Kinder mit besonderen Bedarfen und Entwicklungsauffälligkeiten, die zeitnah eine Hilfestellung oder Fördermaßnahme brauchen und im Anschluss Kinder, die für Vorlaufkurse vorgesehen sind, weil ihre Deutschkenntnisse defizitär sind“, erklärt Karathana. „Sie alle konnten wir auch in diesem Jahr zu uns einladen und beraten. Für die Kinder ohne besondere Bedarfe oder Auffälligkeiten fehlt es uns aktuell leider an Zeit und Ressourcen.“  Sollten Eltern jedoch unsicher sein und der zuständige Kinderarzt einen Bedarf feststellen, könne dieser Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen, versichert Karathana. „Nach Datenlage haben wir alle infrage kommenden Kinder erfasst. Dennoch können Fragen aufkommen, die wir gern beantworten.“
 
„Die Schuleingangsuntersuchung ist eine hoheitliche Aufgabe, die wir nicht an niedergelassene Ärzte delegieren können und dürfen. Unsere Kinderärzt:innen untersuchen in einem geschützten Rahmen und beraten unabhängig, sie stehen in Kontakt zu den Schulen und kennen die Frankfurter Schullandschaft“, sagt Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamt. „Nach anderthalb Jahren, in denen wir wegen Corona nur äußerst eingeschränkt und intermittierend Schuleingangsuntersuchungen durchführen konnten, sind wir sehr froh, aktuell ein Angebot für die vulnerablen Gruppen machen zu können. Unser Ziel für das nächste Schuljahr ist jedoch, wieder alle angehenden ABC-Schütz:innen und ihre Eltern zu uns einladen zu können. Nur so kommen wir unserem Auftrag nach.“
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