FRANKFURT.DE - DAS OFFIZIELLE STADTPORTAL

FRANKFURT.DE - DAS OFFIZIELLE STADTPORTAL

header image

Meldungen

Gestattungsvertrag für besetztes Haus im Gallus

22.12.2022, 12:19 Uhr

Die Stadt Frankfurt hat gemeinsam mit der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) und der Geschäftsführung der FAZ für das besetzte Haus in der Günderrodestraße 5 einen Gestattungsvertrag verhandelt. Ziel war es, eine Zwischennutzung durch das Kollektiv „Freiräume statt Glaspaläste“ zu ermöglichen, solange die Abbrucharbeiten noch nicht begonnen haben.

Die Initiative Zukunft Bockenheim unterschrieb den Vertrag als Vermittlerin für das Kollektiv ebenso wie der Geschäftsführer der KEG Klaus-Peter Kemper, der damit als Mieter bei der FAZ weiterhin als Nutzungsüberlasser gegenüber den Besetzern auftritt. Stadträtin Sylvia Weber als Aufsichtsratvorsitzende der KEG und Kemper hatten zwei Wochen gemeinsam verhandelt und nach einer Lösung für alle Beteiligten gesucht.

Anette Mönich von der Initiative Zukunft Bockenheim wies darauf hin, „dass Leerstand gerade in Zeiten von Wohnungsnot untragbar ist und dieser mit allen Mitteln gestoppt werden muss.“

Der Vertrag erlaubt nun bis zum 30. April 2023 die Nutzung des Hauses, dann muss es von den Nutzern geräumt werden. Das Gebäude gehört zu einem Ensemble, das im Rahmen des Bauprojektes Hellerhöfe abgebrochen werden muss, unter anderem auch um den kontaminierten Boden des Grundstücks zu sanieren.

„Wir haben durch die Gespräche gelernt, dass wir in Frankfurt zukünftig sensibler mit Zwischennutzungen umgehen müssen und dass es auch dann hilfreich ist, wenn wir den Wohnraum für nur kurze Zeit zur Verfügung stellen können“, sagt Weber und freut sich über den Vertragsabschluss. Sie ergänzt noch, „dass es gerade in einer Großstadt wie Frankfurt Orte der Solidarität und Diskussion, aber auch der unbürokratischen Hilfe geben muss.“ 

„Gemeinsam mit der KEG soll nun ein grundlegendes Konzept zur Zwischennutzung von leerstehenden Gebäuden erstellt werden“, sagt Planungsdezernent Mike Josef, „denn so wie wir bei der Nutzung für Kreative immer wieder gute Lösungen finden, so sollten wir diese Idee auch auf soziale Projekte ausweiten.“ Josef bedankt sich außerdem bei der Initiative Zukunft Bockenheim: „Die Unterstützung der AdA-Kantine ist einfach vorbildlich, hier geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um konkrete Hilfe für Menschen. Ich kann die Motive der engagierten Menschen gut versehen und weiß, dass sie ihr Anliegen ernst nehmen und sich konkret für Menschen einsetzen, die in Frankfurt keine Wohnung haben.“
inhalte teilen