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„Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“

17.11.2021, 15:29 Uhr

Palmengartendirektorin Katja Heubach, Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig; Foto: Bernd Kammerer
Palmengartendirektorin Katja Heubach, Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Bernd Kammerer

Ab 18. November zeigt der Palmengarten seine große Jubiläumsausstellung 

Mit seiner Jubiläumsausstellung „Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“ nimmt der Palmengarten seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch 150 Jahre Palmengarten-Geschichte, erzählt anhand von sechs Themenschwerpunkten: Gartenkunst, botanische und gärtnerische Sammlungen im Wandel der Zeit, Glanz und Gastlichkeit, Musik im Palmengarten, Sport und Spiele sowie Bildung und Engagement. Die Schau in der Galerie am Palmenhaus läuft von Donnerstag, 18. November, bis zum 16. März 2022, dem 151. Geburtstag des Palmengartens.
 
„Dieser Garten steckt voller Überraschungen“, sagt Palmengarten-Direktorin Katja Heubach. „Nicht nur für unsere Besucherinnen und Besucher, auch für uns, die wir im Garten arbeiten und uns täglich mit ihm beschäftigen. Das sechsköpfige Kurator*innen-Team hat mit Neugierde und Akribie Wissenswertes und Kurioses an den Tag befördert, das manch einem vorher sicher nicht bekannt war. Hätten Sie gewusst, dass der Palmengarten mit der Eröffnung der Grünen Schule 1980 das erste pädagogische Angebot dieser Art in Deutschland schuf? Und wer hätte geahnt, dass der Palmengarten zur Jahrhundertwende der wichtigste Sportplatz der Stadt war – und bis 1989 noch Tennisbälle durch den Garten flogen?“, fragt Heubach. Radrennen wurden hier ausgetragen, Rugby und Kricket gespielt. Im Winter flutete man die Tennisplätze, sodass man sich dort beim Eislauf vergnügen konnte.

Ein Original-Opelit-Hochrad und ein Rugbyball stehen als Exponate der Jubiläumsausstellung stellvertretend für die sportliche Vergangenheit des Gartens. Die Büste des Gartengründers Heinrich Siesmayer, eine Sauciere, eine Posaune und vieles mehr berichten allerlei Erstaunliches über dessen Geschichte. Reproduktionen historischer Pläne zeigen, wie der Palmengarten in mehreren Etappen wuchs und sich dann im Bestand immer wieder veränderte. So wurden beispielsweise in den 1980er Jahren die zu Beginn des Jahrhunderts errichteten Schaugewächshäuser abgerissen, das architektonisch einzigartige Tropicarium entstand, der Rosengarten zog um und die Tennisplätze aus. Veranstaltungsplakate aus verschiedenen Jahrzehnten erinnern an große und kleine Feste, die im Palmengarten gefeiert wurden, an Stars, die hier auf der Bühne standen, an das Orchester, das der Garten rund 100 Jahre lang betrieb und auch an die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die Amerikaner den Palmengarten zu eigen machten und ihn zum Vergnügungszentrum der GIs ernannten.

Was hat seit 150 Jahren Bestand? Und was hat sich seither verändert? „Ziel der Kuratorinnen und Kuratoren war es, Gegensätzliches und Gleiches herauszuarbeiten, Kontinuitäten und Entwicklungen darzustellen“, sagt Heubach. War Heinrich Siesmayer für seine ornamentalen Teppichbeete bekannt, setzt das Garten-Team heute auf naturnahe Gestaltung. Flogen vor 100 Jahren Tennisbälle über den kurzgeschorenen Rasen, schwirren heute an selber Stelle unzählige Insekten zwischen Wildblumen und Gräsern herum.

„Der Palmengarten war und ist ein Spiegel der Stadtgesellschaft, aktuelle Fragestellungen flossen und fließen in seine Gestaltung ein“, sagt Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „In den vergangenen 150 Jahren haben sich die Bedürfnisse seiner Gäste und auch sein Selbstverständnis gewandelt. Er war Abbild der idealen Landschaft, wie man sie sich Ende des 19. Jahrhunderts vorstellte, und vornehmlich der gehobenen Bürgerschaft vorbehalten. Er war Sportplatz, Lehrgarten, Freiluft-Konzertsaal. Heute ist der Palmengarten ein Stück Natur mitten in der Großstadt Frankfurt, über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt als Ort von Erholung und Kultur, von Wissen und Bildung. Die Jubiläumsaustellung belegt auf eindrückliche und kurzweilige Weise, dass der Palmengarten sich immer wieder verändert, sich immer wieder neu erfunden hat. Und dabei immer Frankfurts grünes Herz geblieben ist.“

Die Ausstellung „Frankfurts grünes Herz – 150 Jahre Palmengarten“ ist in der Galerie am Palmenhaus während der Öffnungszeiten des Gartens zu sehen. Kreativ-Workshops, Vorträge, Führungen und ein Pop-up-Store, der jeweils an einem Wochenende im Dezember und im Januar öffnet, runden die Ausstellung ab.

Das Rahmenprogramm und die Info-Tafel sind als PDF beigefügt.


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