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Frankfurt braucht die Psychoanalyse

23.09.2022, 16:11 Uhr

Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg
Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Katharina Dubno

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg eröffnet in Vertretung von Stadträtin Hartwig die Jubiläumstagung des Anna-Freud-Instituts

Das Sigmund-Freud-InstitutExternal Link, das Anna-Freud-InstitutExternal Link und das Frankfurterpsychoanalytische InstitutExternal Link im Westend haben Frankfurt weltweit zu einem bedeutenden Zentrum psychoanalytischer Forschung und Praxis gemacht. Renommierte Namen wie Alfred Lorenzer, Margarete Mitscherlich-Nielsen und Alexander Mitscherlich haben hier gewirkt.

Mit einer zweitägigen Tagung hat das Anna-Freud-Institut (AFI) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Bei der Eröffnung der Feier am Donnerstag, 23. September, in der Evangelischen Akademie am Römerberg stellte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg fest: „Die Stadt Frankfurt braucht die psychoanalytischen Institute.“

Gerade die Kinder- und Jugendanalyse sei in Zeiten von Corona mit sozialer Isolation, Einsamkeit und Familienkonflikten von ungeheurer Bedeutung. „Die Pandemie bringt Probleme zum Vorschein, die vielleicht sonst nicht ausgebrochen wären. Wir dürfen auch die Kinder und Jugendlichen mit Fluchtgeschichten nicht alleine lassen. Ihre Traumatisierungen können Spätfolgen entwickeln, die noch gar nicht abzusehen sind.“

Zentrale Aufgabe des Anna-Freud-Instituts ist die qualifizierte Ausbildung von Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Vor 20 Jahren kam die Baby-AmbulanzExternal Link dazu. Sie bietet Diagnostik und psychotherapeutische Krankenbehandlung für Babys, Kinder, Jugendliche und Eltern. Das AFI residiert mit dem Sigmund-Freud-Institut in einem Gebäude an der Myliusstraße.

Institutionell ist die Psychoanalyse seit Jahrzehnten angeschlagen. Die Ausbildungsreform der Psychotherapie nimmt wenig Rücksicht auf die psychoanalytische Ausbildung. Zum Bedauern von Eskandari-Grünberg: „Die Verlagerung der Ausbildung in die Universitäten sieht davon ab, dass die Psychoanalyse hier kaum noch vertreten ist. In Frankfurt steht der letzte Lehrstuhl für Psychoanalyse auf der Kippe. Meine Kollegin Stadträtin Hartwig und ich werden uns immer für den Erhalt der psychoanalytischen Institute einsetzen", sagte die Bürgermeisterin.

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