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Fragen und Antworten zur Unterbringung ukrainischer Geflüchteter in Frankfurt

12.04.2022, 15:27 Uhr

Zur aktuellen Lage der Geflüchteten aus der Ukraine in Frankfurt hat das Sozialdezernat eine Reihe häufig gestellter Fragen und dazugehöriger Antworten zusammengestellt.

Wie viele Menschen aus der Ukraine sind derzeit in Frankfurt?

 
Frankfurt ist der Haupt-Ankunftspunkt für Schutzsuchende aus der Ukraine in Hessen. Alleine am Frankfurter Hauptbahnhof sind seit Kriegsbeginn bei der Bahnhofsmission mehr als 40.000 Ankommende aus der Ukraine beraten worden. Viele Menschen reisen aber auch direkt weiter oder bleiben nur ein paar Tage. Aktuell geht die Stadt von geschätzt 6000 in Frankfurt lebenden Geflüchteten aus der Ukraine aus.
 
Wie sind die Menschen in Frankfurt untergebracht?
 
Die Stadt Frankfurt betreibt im Auftrag des Landes ein Erstversorgungszentrum in der Messe mit bis zu 2000 Plätzen. Menschen, die dort untergebracht sind, bleiben nur ein paar Tage, um sich auszuruhen und registrieren zu lassen. Sie werden dann direkt in andere hessische Kommunen weiterverteilt, wo sie dauerhaft bleiben.
 
Zusätzlich gibt es in Frankfurt noch zahlreiche Notunterkünfte für jene ukrainische Geflüchtete, die dauerhaft in der Stadt bleiben. In der Messe wie in den Notunterkünften erhalten die Menschen regelmäßig warme Mahlzeiten und alles, was sie zum täglichen Leben benötigen. Dazu gibt es dort unter anderem auch psychosoziale und medizinische Betreuung und Informationen zu ihrem weiteren Weg in Deutschland.
 
Woher bekommen die Geflüchteten Geld zum Leben?
 
Alle ukrainischen Geflüchteten, die in Frankfurt bleiben, können sich beim Jugend- und Sozialamt melden. Dort bekommen sie bei Bedarf eine Unterkunft, eine Krankenversicherung und Geld zum Leben. Bisher erhalten sie Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetzt, künftig sollen sie nach einem Beschluss von Bund und Ländern direkt Geld nach dem Sozialgesetzbuch II – umgangssprachlich Hartz IV genannt – bekommen. Um ukrainischen Geflüchteten das Ankommen in Frankfurt zu erleichtern, hat die Stadt eine Clearingstelle speziell für Ukrainerinnen und Ukrainer eingerichtet. Dort gibt es Unterstützung wie Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Auch in den Notunterkünften gibt es Informationen zu den Anträgen und Hilfe beim Ausfüllen der Formulare.
 
Wie ist das mit den Menschen in den Hotels?
 
Die Stadt hat inzwischen Betreiberverträge mit einzelnen, zuvor geprüften Hotels geschlossen, in die Menschen aus den Notunterkünften ziehen können. Diese entsprechen den städtischen Standards der Unterbringung und haben beispielsweise eine Kochmöglichkeit. Jene Menschen, die dort leben, sind zuvor von der Stadt beraten worden und erhalten bereits Hilfen.
 
Zusätzlich gibt es noch Hotelbetreiber, die wie andere Privatleute auf eigene Initiative direkt Geflüchtete aufgenommen haben. Von diesen Menschen in Frankfurt kann die Stadt erst erfahren, wenn sich der Gastgeber oder die Menschen selbst bei ihr aktiv melden. Auch diese Geflüchteten erhalten direkt Hilfen vom Jugend- und Sozialamt, etwa auch Geld zum Leben. Den Hotelbetreibern zahlt die Stadt – auch rückwirkend – Geld für die Unterbringung. Allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze: Die Betreiber erhalten bis zu 55 Euro für ein Doppelzimmer und 10 Euro für jede weitere Person. Zusätzlich gibt es zusätzlich eine Verpflegungspauschale pro Person, wenn sich der Hotelier auch um das Essen kümmert. Diese wird ausgezahlt, wenn die Geflüchteten noch keine Geldleistungen erhalten haben.
 
Grundsätzlich sind aber nicht alle Hotels dauerhaft für die private Unterbringung von Geflüchteten geeignet, auch wenn sie auf den ersten Blick besser als eine städtische Notunterkunft erscheinen. In der städtischen Unterkunft erhalten die Menschen dauerhafte Ansprache, Versorgung und regelmäßig warmes Essen. Fehlen in einem Hotel beispielsweise Kochmöglichkeiten und müssen die Menschen auswärts essen gehen, sind die finanziellen Hilfen vom Jugend- und Sozialamt schnell erschöpft. In Notlagen erhalten die Menschen dort aber auch Lebensmittelgutscheine. Auch die geographische Lage des Hotels spielt eine Rolle: Die meisten aus der Ukraine Geflüchtete sind Frauen und Kinder, für sie ist das Bahnhofsviertel kein dauerhaft geeigneter Ort zum Leben. Aus all diesen Gründen erstattet die Stadt zwar übergangsweise Hoteliers das Geld für die Unterbringung von Geflüchteten, schließt aber nicht mit allen Hotels, die das gerne möchten, dauerhafte Betreiberverträge. 
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