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Forschen für den Frieden – Festakt zum 51-jährigen Bestehen der HSFK

24.11.2021, 20:00 Uhr

Im vergangenen Jahr wurde das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) 50. Ein Festakt auf Einladung der Stadt Frankfurt zum 51-jährigen Bestehen rundete nun den Jubiläumszeitraum ab. Im Anschluss an Reden von Ministerpräsident Volker Bouffier und Oberbürgermeister Peter Feldmann diskutierten HSFK-Leiterin Nicole Deitelhoff und der Abgeordnete des Deutschen Bundestags Omid Nouripour über aktuelle friedenspolitische Herausforderungen in der Paulskirche.

„Frieden fängt bei uns an!“

„Wenn wir über Frieden sprechen, denken wir zunächst an Kriege und weitreichende militärische Konflikte. Doch Frieden muss nicht nur global gestiftet werden – er beginnt bei uns, in unserer Nachbarschaft und unserer Gesellschaft. Konflikte haben ihren Ursprung oft in nächster Nähe und können viele Gesichter haben, beispielsweise Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Menschenfeindlichkeit“, sagte Deitelhoff über das Jubiläumsmotto „Frieden fängt bei uns an“. Gemeinsam mit Nouripour diskutierte sie im Rahmen einer Podiumsdiskussion darüber, was in Frankfurt und in Hessen getan werden kann, um die gesellschaftlichen Grundlagen von Frieden zu fördern.

Wir in Frankfurt

Den Anlass für das Gespräch bot der Festakt der HSFK zum 51. Jubiläum, zu dem die Stadt Frankfurt eingeladen hatte. In seiner Begrüßungsrede stellte Oberbürgermeister und Stiftungsratsmitglied Peter Feldmann die Verbindung der HFSK mit der Stadt Frankfurt heraus. „Bei der Gründung hieß es damals, die Stiftung passe zum Geist der Stadt Frankfurt. Ich sage Ihnen heute: Eine Institution wie die HFSK passt mehr denn je zum Geist dieser Stadt. Einer offenen, der Welt zugewandten Stadt. Die HFSK hilft beim Weltverstehen. Sie ist über die Jahre zu einer der ersten Adressen für Politikberatung in Deutschland geworden“, sagte Feldmann. Ein Beispiel hierfür ist die Konzeptstudie „Demokratiezentrum Paulskirche – Haus der Demokratie“, die die HSFK im Auftrag der Stadt erstellt hat. Die Studie schlage inhaltliche Leitplanken für ein Haus der Demokratie als Ergänzung zur Paulskirche vor, um eine Bürgerbeteiligung über die Zukunft der Paulskirche einzuleiten. „Ganz konkret hat die HSFK am Beispiel der Paulskirche geschildert, wie Teilhabe und Mitbestimmung unser Land zusammenhalten – und damit vom Individuum in die Welt herausstrahlen, so wie es der Gründungsdirektor der Stiftung, Ernst-Otto Czempiel, in seinen Werken immer wieder betont hat: Demokratische Prozesse sind die Grundlage für eine friedlichere Welt“, sagte das Stadtoberhaupt.
 
Wir in Hessen


Die Festrede im Rahmen der Veranstaltung hielt Hessens Ministerpräsident Bouffier. „Die internationalen Konflikte in vielen Teilen unserer Welt beschäftigen uns täglich. Durch die Globalisierung haben sie unmittelbar Einfluss auf unser Leben. Das zeigt sich in so vielerlei Hinsicht. Sie stellen unsere Gesellschaft, und insbesondere die Politik, immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung beschäftigt sich mit diesen internationalen Konflikten und ist dabei für uns ein wichtiger Ratgeber. Mit Sitz in Frankfurt gehört sie fraglos zu den größten und renommiertesten Einrichtungen in Europa. Im Forschungsverbund mit den hessischen Partnern in Marburg, Gießen und Darmstadt bildet sie einen wichtigen Schwerpunkt in der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. Es ist uns als Land auch eine Verpflichtung, unseren Beitrag dafür zu leisten, dass die HSFK auch für die Zukunft gut aufgestellt ist. Alles Gute zum Jubiläum und meine besten Wünsche für die nächsten 51 Jahre“, sagte Bouffier. Seit diesem Jahr fördert das Land Hessen mit der Initiative „ConTrust: Vertrauen im Konflikt“, eines der zentralen Forschungsvorhaben der HSFK und der Goethe-Universität, mit einem Förderbetrag von 4,8 Millionen Euro. Die HSFK unterhält darüber hinaus Kooperationen mit Schulen in Hessen und berät Städte und Kommunen in konkreten Handlungsfeldern, wie etwa der Extremismusprävention.


Wir in Deutschland


Seit 2009 ist die HSFK Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Institut wird dadurch als Forschungsstätte von nationaler wissenschaftlicher Bedeutung vom Bund mitgefördert. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Matthias Kleiner, sagte: „Friedens- und Konfliktforschung ist heutzutage auch hierzulande in Deutschland unabdingbar. Für diese Erkenntnis genügt allein schon ein Blick in die Zeitung. Die Arbeit der HSFK ist damit national und international von höchstem Wert – getreu dem Motto der Leibniz-Gemeinschaft ‚Forschung in der Gesellschaft, für die Gesellschaft‘. Die HSFK verkörpert den Leibniz-Forschungsmodus der kooperativen Wissenschaft auf idealtypische Weise: Das Institut ist in der Gemeinschaft fest verankert und integrativer Anknüpfungspunkt für disziplinenübergreifenden Austausch und produktive Zusammenarbeit. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist der langjährige Leibniz-Forschungsverbund ‚Krisen in einer globalisierten Welt‘, den die HSFK mitinitiiert hat und der in diesem Jahr in das Forschungsnetzwerk ‚Umweltkrisen – Krisenumwelten‘ überführt worden ist.“ Die Aufnahme in die Gemeinschaft war ein wichtiger Meilenstein der Institutsgeschichte und die erneut erfolgreiche Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2019 bestätigt diesen Weg. Vor allem im Hinblick auf die gegenwärtigen Herausforderungen von Klima- und Umweltkrisen, die wichtige Zukunftsthemen des Instituts darstellen, profitiert die HSFK durch die Kooperation in der Leibniz-Gemeinschaft.


Wir international


Die HSFK, die seit 2016 von Prof. Deitelhoff geleitet wird, gehört zu den führenden Friedensforschungsinstituten Europas: „Unser Ziel muss es sein, nicht nur ein Institut für Kenner zu sein, sondern ein Institut, das man kennt. Wir wollen nicht nur akademisch brillieren, sondern ebenso als Partner bereitstehen, um mit unserer Expertise gesellschaftliche Problemlösungen zu befördern.“ Das Institut analysiert die Ursachen internationaler und innerstaatlicher Konflikte und sucht nach Wegen, diese zu lösen. Grundlagenforschung ist dabei stets eng mit dem Transfer von Wissen in Politik, Medien und Gesellschaft verknüpft. Diese Mission wird maßgeblich durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. „Eine verantwortungsvolle Politik ist auf anwendungsorientierte Expertisen der Wissenschaft zwingend angewiesen. Wir brauchen sie, um die häufig hochkomplexen Konflikte der Gegenwart einhegen und wo möglich beilegen zu können. Und wir brauchen sie, um den schlichten Botschaften der großen Vereinfacher differenzierte Antworten entgegensetzen zu können“, unterstreicht Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMBF. „Deshalb treiben wir als Bundesregierung die Förderung der Friedens- und Konfliktforschung mit Nachdruck voran. Die HSFK stärken wir dabei – im Verbund mit ihren Partnern in der Region – als Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft.“
 
Der Festakt fand durch die Pandemie bedingt in einem stark begrenzenten Teilnehmerkreis statt. Das vollständige Programm konnte in einem Livestream der HSFK online verfolgt werden. Die Aufzeichnung ist auf https://www.youtube.com/watch?v=nsg7NZSKnVEExternal Link verfügbar.


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