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Die kommissarische Oberbürgermeisterin Eskandari-Grünberg begrüßt 1300 Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt

11.01.2023, 12:27 Uhr

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg während ihrer Rede, Foto: Salome Roessler
Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg während ihrer Rede © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Salome Roessler

Ganz im Zeichen der Lage in Iran und dem Krieg in der Ukraine sowie den Auswirkungen auf das städtische Leben stand der Neujahrsempfang der Stadt am Dienstagabend, 10. Januar, im Römer. Erstmals seit Beginn der Pandemie konnte der Empfang wieder ohne nennenswerte Auflagen stattfinden. Wegen des großen Andrangs musste der Beginn um eine halbe Stunde verschoben werden. 1300 geladene Gäste aus Gesellschaft, Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur kamen.
 
Der Hauptredner des Abends, Schriftsteller und Publizist Navid Kermani, hob in seinem Vortrag mit Blick auf die kommissarische Oberbürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg eine Besonderheit Frankfurts hervor: „Die Stadt hat eine ehemalige politische Gefangene als Oberbürgermeisterin.“ Kermani las aus dem Abschiedsbrief eines in Iran zum Tode verurteilten und inzwischen hingerichteten Anhängers der Protestbewegung, Mohammed Hosseini: „Es lebe die Liebe, es lebe die Freiheit.“
 
Die Geschichte werde zeigen, dass „man sich nicht an die Namen der Henker erinnert, sondern an die der Opfer", sagte Kermani. Von der Bundesregierung forderte er härtere Maßnahmen gegen das Mullah-Regime. Für seine Rede erhielt Kermani stehenden Applaus.
 
In ihrer Neujahrsansprache betonte Gastgeberin Eskandari-Grünberg, es sei die Aufgabe der Stadtregierung, die Sorgen der Menschen angesichts der Krisen ernst zu nehmen. „Wir müssen tagtäglich neue Lösungen finden, damit niemand am Rande der Gesellschaft landet. Diese Aufgaben haben wir sehr ernst genommen.“
 
Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei es wichtig, den in der Pandemie entstandenen Begriff der „sozialen Distanz“ zu tilgen. „In der Pandemie war es notwendig, körperlichen Abstand zu halten, aber doch keine soziale Distanz. Im Gegenteil, soziale Nähe, sich um andere sorgen und kümmern war und ist doch gefragt. Es brauchte und braucht empathisches Miteinander.“
 
Die Demokratie müsse sich immer wieder neu erfinden, erklärte Eskandari-Grünberg. „Es gibt viele neue Fragen, auf die wir neue Antworten finden müssen. Die Diversität trägt zum Wandel der Gesellschaft positiv bei. Das bedeutet aber auch, dass unsere Demokratie im Wandel ist, dass sie sich im positiven Sinn an die Veränderungen anpassen muss.“
 
In diesem Zusammenhang sei es „nicht akzeptabel, wenn komplexe Themen populistisch und rassistisch reduziert werden“, sagte Eskandari-Grünberg mit Blick auf die Debatte um Gewaltausbrüche an Silvester in Berlin.
 
Sie selbst sei sehr glücklich, als Geflüchtete diese Stadt mitgestalten zu dürfen. Dass dies in der Stadt möglich sei, mache Frankfurt aus. Diversität und Internationalität zu gestalten, bleibe jedoch weiterhin eine große Herausforderung.

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