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Kulturdezernentin Hartwig eröffnet Brunnensaison 2022

03.05.2022, 16:36 Uhr

Künstlerin Inge Hagner und Kulturdezernentin Ina Hartwig am Fressgassbrunnen, Foto: Stefanie Koesling
Künstlerin Inge Hagner und Kulturdezernentin Ina Hartwig am Fressgassbrunnen © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefanie Koesling
Die Wintermonate sind vorbei, der Frühling hat Einzug gehalten: Damit können auch die Brunnen im Stadtgebiet wieder sprudeln. Mit einem traditionellen „Wasser marsch“ eröffnet Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig am Dienstag, 3. Mai, die Saison mit dem „Freßgass-Brunnen“.
 
„Mit dem Start der Brunnensaison läuten wir in Frankfurt die wärmere Jahreszeit ein“, sagt Hartwig. „Brunnen sind seit jeher ein Anziehungspunkt – wo Wasser ist, da ist auch Leben. Zudem haben sie im Sommer einen echten Kühlungseffekt. In den kommenden Tagen werden wir nach und nach auch die übrigen Brunnen im Frankfurter Stadtgebiet anstellen.“
 
Der „Freßgass-Brunnen“ war seit 2018 nicht in Betrieb. Unter anderem wurden die Filteranlage und Pumpen erneuert, einige Rohre ausgetauscht, der Schacht zum Brunnen erweitert und mit einem neuen Schachtdeckel versehen. Zudem musste der Kanal gereinigt und die Filterbehälter ausgetauscht werden. Dies alles war nötig, um den Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Die Gesamtkosten für die umfangreichen Arbeiten belaufen sich auf rund 90.000 Euro. Der begehbare „Freßgass-Brunnen“ der Frankfurter Künstlerin Inge Hagner wurde im Juni 1977 eingeweiht. Es war der erste Brunnen, der zwischen 1977 und 1987 auf der „langen Meile“ zwischen Opernplatz und dem Alfred-Brehm-Platz am Zoo entstand. Die Freßgass sollte Mitte der 1970er Jahre Frankfurts Renommierstück werden. Als die S- und U-Bahnlinien unter der Erde gelegt waren, begannen oberirdisch die großen Veränderungen. Aus einem Wettbewerb von vier Frankfurter Künstlern wurde der Entwurf der damals erst 24-jährigen Hagner ausgewählt. Kulturdezernentin Hartwig sagt: „Die 1936 geborene, und bei dem Kupferschmied und Schriftsteller Georg Glaser in Paris ausgebildete Bildhauerin ist eine der wenigen Frauen, die den öffentlichen Raum in Frankfurt und der Rhein-Main-Region gestalterisch geprägt haben. In den 1960er bis 1990er Jahren nahm sie an zahlreichen Wettbewerben zum Umbau von städtischen Mittelpunkten und öffentlichen Bauten teil.“
 
Die begehbare Brunnenanlage in der Freßgass ist in das Pflaster integriert und wird von vier künstlichen Wasserquellen gespeist. Hagner will damit an den Wasserzulauf erinnern, der früher über die Kaiserhostraße seinen Weg zum Main nahm. Das Brunnenbecken ist 21 mal 23 Meter groß und mit flachen Steinstufen eingefasst. Über die wellenförmigen Erhebungen aus Granit rieselt das Wasser in das Becken. Der Brunnen wurde nach seiner Fertigstellung schnell zum Blick- und Mittelpunkt der Straße. Hartwig sagt: „Die Frankfurter hatten auch zugleich ihre ganz eigene Erklärung zu den abgerundeten Steinquadern bereit: Sie hätten die Form von großen Käserädern aus der Schweiz oder Holland, seien deshalb Symbole für die Freßgass.“
 
In Frankfurt gibt es 150 städtische Brunnen. Davon werden 110 durch das Kulturamt der Stadt betreut. Für den Betrieb, Erhalt und die Pflege stehen jährlich rund 321.000 Euro aus dem Etat des Kulturamtes zur Verfügung. Durch das 2007 aufgelegte Brunnenprogramm stehen jährlich zusätzliche 100.000 Euro für notwendige Sanierungen bereit, die nicht über das jährliche Budget finanziert werden können. Mit diesen Mitteln wurden in den vergangenen Jahren neben dem „Freßgass-Brunnen“ auch der Kurfürstenbrunnen in Bockenheim instandgesetzt. Im vergangenen Jahr begannen außerdem auch die Arbeiten am Weißen-Stein Brunnen in Eschersheim. In diesem Jahr beginnt die Reparatur des Harheimer Brunnens, der Röhrbornbrunnen in Bergen-Enkheim wird bereits bearbeitet. Geplant ist noch die aufwendige Restaurierung des Florentinerbrunnens und des Dr.-Bockenheimer-Brunnens. 

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