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Ein Oskar-Schindler-Platz für Frankfurt

14.06.2022, 12:48 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Prof. Sybille Steinbacher, Stadträtin Hartwig und Prof. Michel Friedman 

Oskar Schindlers Einsatz für die Rettung von mehr als 1200 Jüdinnen und Juden vor der Ermordung in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ist durch Steven Spielbergs Spielfilm „Schindlers Liste“ weltbekannt. Nur wenige wissen dagegen von seinem Bezug zu Frankfurt, wo der als „Gerechter unter den Völkern“ Geehrte von 1957 bis zu seinem Tod 1974 in der Nähe des Hauptbahnhofs lebte. Seit 2020 wird eine Benennung des Bahnhofsvorplatzes nach Oskar Schindler diskutiert, um die Erinnerung an ihn sowie seinen Bezug zu Frankfurt im öffentlichen Raum der Stadt zu verankern.

Die Veranstaltung findet am Freitag, 24. Juni, um 18 Uhr im Chagallsaal der Oper Frankfurt statt. Nach einem Impulsvortrag von Prof. Sybille Steinbacher zur geschichtlichen Bedeutung Schindlers wird eine Diskussion über die angemessene Ehrung Schindlers in Frankfurt sowie zu Perspektiven der städtischen Erinnerungskultur anschließen. Es diskutieren Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig und der Publizist und Rechtsanwalt Prof. Michel Friedman, moderiert von Prof. Steinbacher.
 

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Hartwig sagt: „Bei wenigen Personen klaffen weltweite Anerkennung und deren städtische Würdigung so weit auseinander wie bei Oskar Schindler. Dessen Bezug zu Frankfurt ist öffentlich bislang kaum bekannt. Eine Benennung dieses zentralen Platzes wäre ein wichtiges Bekenntnis der Stadt Frankfurt und würde die historische Verbindung dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar machen. Die Frankfurter Erinnerungskultur ist in der Stadtlandschaft heute an vielen Orten durch Benennungen, Kunstwerke und Gedenktafeln präsent – an diese gute Tradition gilt es anzuknüpfen und sie fortzuentwickeln.“
 

Prof. Friedman sagt: „Was kann ein einzelner tun? Gegen die oben? Alles! Ein Mensch kann die Welt verändern, die kleine und manchmal sogar die große. Wie Oskar Schindler: er handelte, als andere mitmachten und wegsahen. Ein Vorbild für Mut und Zivilcourage, die man heute nicht braucht, um zu handeln, aber wieder brauchen wird, wenn heute nicht gehandelt wird. Niemand kann sich die Hände in Unschuld waschen. Niemand kann sagen ‚ich habe es nicht gewusst‘. Wir sind heute die Zeugen der Zeit. Worte sind wichtig, Taten wichtiger.“

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, um eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@fritz-bauer-institut.deInternal Link wird gebeten. Zudem wird die Veranstaltung per Livestream auf YouTube im Channel des Fritz Bauer InstitutsExternal Link übertragen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Fritz Bauer Instituts mit dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main auf Anregung des Ortsbeirates 1.
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