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November im Filmforum Höchst: Cuba-Venezuela-Cinema Italia

20.10.2021, 12:41 Uhr

Plakat Cuba-Venezuela-Cinema Italia
Plakat Cuba im Film © Filmforum Höchst
Gleich drei Länderfestivals gibt es im Filmforum Höchst: Die Würdigung des verstorbenen Juan Carlos Tabío in Cuba im Film, junges Filmschaffen in Venezuela im Film und die neusten italienischen Produktionen in Cinema Italia. Das Novemberprogramm, was bereits im Oktober beginnt, strukturiert sich durch drei Festivals, die nach Kuba, Venezuela und schließlich Italien führen.

 
Gestartet wird in den letzten Oktobertagen in Kuba: Das in diesem Jahr auf vier Tage gekürzte 26. Festival Cuba im Film präsentiert zum einen Werke des zu Beginn des Jahres verstorbenen Regisseurs Juan Carlos Tabío. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der mittleren Generation der kubanischen Filmschaffenden, vor allem bekannt als Co-Regisseur von „Fresa Y Chocolate – Erdbeer und Schokolade“ (1993). Der im Zentrum der Retrospektive stehende Film wird mit der Anwesenheit des zweiten Hauptdarstellers Vladimir Cruz in Frankfurt gebührend gewürdigt. Als weiteren Gast erwartet das Filmforum den in Frankfurt bereits gut eingeführten Eduardo del Llano. Die neue kubanische Filmförderung Fondo de Fomento para el Cine Cubano (FFCC), die erstmals in der Filmgeschichte des Landes unabhängige Produktionen fördert, hat seinen neuen Film „La Campana“ kofinanziert, den der Filmemacher persönlich vorstellen wird.
 
Nach einem Jahr Pandemie-Pause kehrt das venezolanische Festival „Venezuela im Film – Qué Chévere“ mit neuen und spannenden Produktionen zur 16. Auflage in das Filmforum-Höchst zurück: Eröffnet wird das Festival mit „Voy Por Ti“, dem ersten Spielfilm von Carmen La Roche aus dem Jahr 2019, der in einfühlsam kritischer Weise von Mobbing in der Schule erzählt. Der Dokumentarfilm „Kueka: Cuando Las Piedras Hablan“ von Francisco Denis, führt mit der Geschichte über die (illegale) Extraktion des Kueka-Steins der indigenen Pemones an ein wichtiges Thema heran, das der aktuellen Debatte um Raubkunst in Deutschland nahekommt. Die venezolanisch-italienische Koproduktion „Direccion Opuesta“ von Alejandro Bellame erzählt die Geschichte eines Teils der venezolanischen Jugend, die nichts mit der bolivarischen Regierung anfangen kann, wobei nicht alle von ihnen den Ausweg nur in der Diaspora sehen. Die venezolanisch-mexikanische Koproduktion „Jazmines en Lidice“ von Ruben Sierra Salles ist im Rahmen des Friedensprojektes „Insideout“ der Fundación Esperanza Venezuela entstanden, das über die Kunst Frieden in das in den letzten Jahren von Gewalt gebeutelte Land bringen will. Und schließlich läuft „La Noche De Las Dos Lunas“, eine venezolanisch-spanische Koproduktion von Miguel Ferrari, dessen erfolgreiches Erstlingswerk Azul Y No Tan Rosa (2012) unser Festival 2013 gezeigt hat. Die Gäste, Carmen La Roche, Alejandro Bellamé und Miguel Ferrari werden per Livestream zum Gespräch zugeschaltet.
 
Zum Ende des Monats geht es dann nach Italien mit der neuen Ausgabe des Wanderfilmfestivals Cinema Italia mit sechs aktuellen italienischen Filmen und zusätzlich der Dokumentation „Paolo Conte-Via Con Me“.
 
Zwischen den Festivals gibt es folgende Miniprogramme zu entdecken: Es kombiniert sich fein die Welt der Maschinen in „Titane“, dem spektakulären Cannes-Gewinner mit dem Bedürfnis nach Natur in „Der wilde Wald“.
 
Rund um den 9. November zeigt das Filmforum zum einen die neue Verfilmung der „Schachnovelle“ zum anderen das Portrait von Walter Kaufmann und die Dokumentation über die Widerstandsgruppe „Die Rote Kapelle“. Am Mittwoch präsentiert es  die Verfilmung des Lesekonzerts „In Auschwitz gab es keine Vögel“ von und mit der Autorin Monika Held und dem Kontrabassisten Gregor Praml mit anschließendem Gespräch.
 
Die junge Generation steht auf und kämpft um die eigene Zukunft, das ist in zwei Filmen sehr eindrucksvoll zu sehen. Die Aktivistin Slater Jewell-Kemker dokumentiert ihren Klimakampf filmisch bereits seit ihrem 15. Lebensjahr und der Publikumsgewinner beim Max-Ophüls-Festival „Dear Future Child“ begleitet drei junge Widerständlerinnen und Widerständler in drei Kontinenten auf ihrem Weg zur besseren Zukunft.
 
Vom globalen Blick auf die Welt geht es zur kleinsten Einheit, der Familie: Während in „Töchter“ eben diese den jeweiligen Vätern auf einem europäischen Roadtrip auf unterschiedliche Weise näherkommen, spürt Uberto Pasolini in seinem unglaublich einfühlsamen Werk „Nowhere Special“ einer Reise des langsamen Abschieds von Vater und Sohn nach.
 
Weitere Informationen zu den einzelnen Filmfestivals sowie das gesamte Programm finden sich beigefügt als PDF-Dokument.
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