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Eschersheimer Landstraße: Bauarbeiten starten an zwei Orten

20.06.2022, 15:51 Uhr

Ortsvorsteher Friedrich Hesse, Sabine Ruh vom Ortsbeirat 9, Mobilitätsdezernent Stefan Majer und der ehemalige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling beim Spatenstich für die neuen Querungen in der Eschersheimer Landstraße am Sinai-Park, Foto: Ben Kilb
Ortsvorsteher Hesse, Ortsbeirätin Ruh, Mobilitätsdezernent Majer u. der ehem. Verkehrsdezernent Oesterling (v.r.n.l.) © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Ben Kilb
Mobilitätsdezernent Majer lobt Bau neuer Querungen als „erhebliche Verbesserung“

Die Eschersheimer Landstraße ist eine der zentralen Verbindungstraßen im Frankfurter Stadtgebiet. Sie zu queren, ist für Fußgängerinnen und Fußgänger vor allem im nördlichen Abschnitt zum Teil umständlich, da hier die U-Bahn oberirdisch fährt und die trennende Wirkung der Hauptstraße somit verstärkt wird. Die Stadt Frankfurt geht das Problem an und baut neue Querungen, um an zwei wichtigen Wegebeziehungen Barrieren zu beseitigen. „Mit den Baumaßnahmen schließen wir jetzt Lücken in unserer Infrastruktur. Es wird eine erhebliche Verbesserung für den Fuß- und Radverkehr geben. Nicht zuletzt profitieren unsere Bürgerinnen und Bürger künftig von deutlich kürzeren Wegzeiten, die sie barrierefrei zurücklegen können“, erläutert Mobilitätsdezernent Stefan Majer beim Spatenstich anlässlich des Baubeginns am Montag, 20. Juni.

Auf Höhe des Knotenpunkts Eschersheimer Landstraße/Am Dornbusch und Marbachweg existiert bisher keine oberirdische Querung von West nach Ost. Um auf die andere Straßenseite zu kommen, müssen Fußgängerinnen und Fußgänger die Unterführung nutzen, die zugleich die Stadtbahn-Haltestelle unterirdisch anbindet. „Selbst für Menschen, die gut zu Fuß sind, ist diese Lösung umständlich. Auf der Südseite der Kreuzung bauen wir nun eine barrierefreie Querung, die allen Erfordernissen gerecht wird“, bekräftigt Stadtrat Majer.

Im Detail: Die 4,20 Meter breite Querung wird geradlinig über die Fahrbahn und die Gleisanlage geführt. Für die Fußgängerinnen und Fußgänger schafft die Stadt 2,50 Meter tiefe Aufstellbereiche. Im Sinne der Verkehrssicherheit baut die Stadt eine weitere Ampelanlage. Für den Individualverkehr ist künftig auf Höhe des Querungsbereichs eine Fahrbahnbreite von jeweils sechs Metern vorgesehen. Die B-Ebene im gesamten Kreuzungsbereich bleibt auf Wunsch des Ortsbeirats erhalten. So wird das bisherige Angebot um eine weitere Alternative erweitert.

Grünanlagen miteinander verbinden

 

Anders sieht die Lage ein Stück weiter nördlich auf Höhe des Sinaiparks aus: Hier gibt es bisher noch keine Querung. Der Fuß- und Radverkehr wurde bisher über den Überweg an der Fritz-Tarnow-Straße geführt – für die Betroffenen ebenfalls ein unbefriedigender Umweg. Mit dem Neubau werden die Grünanlagen Sinaipark und Klimsch-Anlage verbunden. Das ist ein wesentliches Element der Verbindung „Grünes Ypsilon“ im Rahmen des Förderprojekts „Zukunft Stadtgrün“.

 

Die Eschersheimer Landstraße trägt eine hohe verkehrliche Belastung, daher wird eine Fahrbahnbreite von sechs Metern je Fahrtrichtung aufrecht erhalten. Es entsteht ein sogenannter Z-Überweg – das heißt, die Querung erinnert aus der Luftperspektive betrachtet an den Buchstaben Z. Diese Bauweise dient einer höheren Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr, denn so entstehen Sichtbeziehungen zu herannahenden U-Bahnen vor Betreten der Gleise. Ebenso wie an der Kreuzung Am Dornbusch/Marbachweg ist der Überweg hier per Ampel geregelt.

 

Für das Projekt fallen Flächen von der westlich gelegenen Parkbucht weg, ebenso kleine Flächen am Rande des Sinaiparks. Die Bäume bleiben in dem Bereich als Teil einer grünen Verbindung erhalten. Die Aufstellflächen der Querung sind auch für den Radverkehr ausreichend bemessen. Als Ersatz für die entfallenden Kurzzeit-Stellplätze im Bereich der Klimsch-Anlage sind für die betroffenen Einzelhandelsgeschäfte vier gleichwertige Stellplätze ab Höhe der Hausnummer 381 stadteinwärts vorgesehen.

Sperrpause zu Beginn der Sommerferien

In den ersten knapp fünf Wochen sind die Einschränkungen im Straßenverkehr minimal. Eine größere Geduldsprobe für die Fahrgäste von Frankfurts meistgenutzter U-Bahnstrecke wird die zweiwöchige Sperrpause zu Anfang der Sommerferien (25. Juli bis 7. August), die gleichzeitig für weitere Gleisbauarbeiten genutzt wird. Betroffen sind die U-Bahnlinien U1, U2, U3 und U8, die zwischen Dornbusch und Heddernheim nicht verkehren können. Die VGF richtet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. traffiQ und VGF werden über das Ersatzkonzept und alternative Fahrtmöglichkeiten zu dieser Sperrung ebenso wie zu der anstehenden Unterbrechung der S-Bahn nach Bad Vilbel rechtzeitig ausführlich informieren.

 

„Wir führen die Bauarbeiten, wie von der Stadtverordnetenversammlung gewünscht, parallel aus, um die Sperrpause der U-Bahn so kurz wie möglich zu halten und die erforderlichen Arbeiten zu bündeln. Bitte haben Sie Geduld, wenn sich daraus Beeinträchtigungen ergeben“, sagt VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. Nach den Sommerferien gehen die Arbeiten an beiden Standorten in die Schlussphase – damit stehen auch Vollsperrungen für wenige Tage in beide Fahrtrichtungen an. Darüber wird die Stadt noch separat informieren.

 

Die Fertigstellung der beiden neuen barrierefreien Querungen ist für Ende des dritten Quartals vorgesehen. Die Gesamtkosten für die Querung auf Höhe Am Dornbusch/Marbachweg liegen bei 1,25 Millionen Euro, für die Querung auf Höhe Sinaipark/Klimsch-Anlage bei 1,53 Millionen Euro. Das Land Hessen bezuschusst beide Maßnahmen über das Förderprogramm Nahmobilität mit insgesamt rund 713.000 Euro.

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