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Architekturpreis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Große Nike für das Jüdische Museum Frankfurt

23.05.2022, 17:26 Uhr

Seit 2007 verleiht der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) alle drei Jahre die Nike-Architekturpreise in den Kategorien Atmosphäre, Symbolik, Fügung, Komposition und soziales Engagement. Dabei wird das Gebäude, das in allen Kategorien überzeugen kann, mit der Großen Nike ausgezeichnet. In diesem Jahr haben Staab Architekten und die Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch die Museumsbausteine GmbH des Kulturamts, diesen hochrangigen Architekturpreis für den neuen Gebäudekomplex am Bertha-Pappenheim-Platz 1, das Jüdische Museum, erhalten. Dieser bedeutende Preis wurde bereits zweimal für Museumsneubauten vergeben: 2010 bekamen David Chipperfield Architekten und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Große Nike für das Neue Museum in Berlin, 2013 Peter Zumthor für das Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Dieses Jahr hat Volker Staab die Auszeichnung während einer festlichen Preisverleihung am Samstag, 21. Mai, in dem ebenfalls von ihm geplanten Neuen Museum in Nürnberg entgegengenommen.
 
Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig, die den Bauprozess intensiv begleitet hat, zeigt sich sehr erfreut über die architektonische Auszeichnung: „Die Große Nike stellt eine herausragende Anerkennung für die Architektur des neuen Jüdischen Museums dar, die sowohl in ästhetischer Hinsicht wie auch unter dem Aspekt eines spezifischen Verhältnisses zur jüdischen Geschichte und zum Stadtraum besonders gelungen ist. Ich freue mich sehr, dass der BDA diesen bedeutenden Preis nun an Staab Architekten und erstmals auch die Stadt Frankfurt für ihre Zusammenarbeit beim Bau des neuen Jüdischen Museums verliehen hat.“
 
Das Gebäudeensemble am Bertha-Pappenheim-Platz 1 umfasst das Rothschild-Palais, das im Rahmen einer fünfjährigen Bauphase umfassend restauriert und um einen Neubau ergänzt wurde. Dieses neue Gebäude, Lichtbau genannt, gleicht einem kraftvollen Monolith, der ein Gegengewicht zum klassizistischen Palais bildet. Die in Sichtbeton gestalteten Foyers öffnen sich mit großen Fenstern zum Stadtraum hin. Im weitläufigen Untergeschoss stehen drei Räume für Wechselausstellungen zur Verfügung. Unmittelbar darüber befindet sich das Museumscafé Flowdeli mit einer Terrasse, die Alt-und Neubau miteinander verbindet. Von besonderer Gestalt sind die Räumlichkeiten der öffentlichen Bibliothek im Lichtbau, die vollends in Eschenholz verkleidet und von einem großen Fenster geprägt ist. Zwischen Lichtbau und Rothschild-Palais öffnet sich ein einladender Museumsvorplatz, an dem sich auch der Eingang zum Museum befindet. Hier erhebt sich die weithin sichtbare Skulptur „Untitled“ des Künstlers Ariel Schlesinger, die aus zwei in Aluminium gegossenen und miteinander verwobenen Baumskeletten besteht. 
 
Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Das im historischen Palais am Main untergebrachte Jüdische Museum hat mit seinem Erweiterungsbau eine verblüffende und selbstverständlich wirkende städtebauliche Neuorientierung erfahren. Das Jüdische Museum steht für den Wunsch, trotz aller Schwierigkeiten in einer noch immer interkulturell mit sich hadernden Gesellschaft möglichst unbeschwerten Raum für Begegnung zu schaffen.“
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