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Sondermeldungen

Integrationsdezernentin Weber: Im Ramadan ersetzen einige Moscheegemeinden Freitagspredigten durch traditionellen Gebetsruf

24.04.2020, 10:30 Uhr

Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation kann es im Ramadan zum Gebetsruf durch Muezzine von Moscheen kommen. Dieses religiöse Ritual geschieht selbstverständlich unter Einhaltung der Gesetze, insbesondere der Immissionsschutzvorschriften.

Im kommenden islamischen Fastenmonat Ramadan werden einige Frankfurter Moscheegemeinden ihre Freitagspredigten durch einen traditionellen Gebetsruf ersetzen. Dazu sagt Integrationsdezernentin Sylvia Weber:

„Für Musliminnen und Muslime beginnt am morgigen Freitag der Fastenmonat Ramadan. Leider wird das Zusammenkommen mit der Familie, das gemeinschaftliche Beten und Fastenbrechen in den Moscheen in diesem Jahr nicht möglich sein. Verschiedene Moscheen haben deshalb angekündigt, dass sie im kommenden Ramadan und während der Zeit bestehender Versammlungseinschränkungen ihr Freitagsgebet durch einen Gebetsruf ersetzen möchten. Diese Initiative gibt es bereits in zahlreichen anderen Städten.

Diese schöne Geste berührt mich sehr und wird hoffentlich vielen Frankfurter Musliminnen und Muslimen ein kleiner Trost sein. Die Verantwortlichen in den Moscheegemeinden haben zugesagt, die in der Pandemiesituation jeweils geltenden Versammlungsauflagen und die berechtigten Interessen der unmittelbaren Nachbarschaft zu beachten.

Ich bitte alle Frankfurterinnen und Frankfurter, einem kurzen Muezzinruf mit jenem Respekt zu begegnen, den Religionsfreiheit in unserer Demokratie immer beanspruchen kann. Der muslimische Gebetsruf ist in diesem Sinne wie das liturgische Glockenläuten zu behandeln.


Zugleich haben sich an mich Frankfurter Moscheegemeinden gewandt, mit der Bitte, ihren Dank öffentlich weiterzugeben an das Engagement und die Solidarität der Frankfurter Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit und für die große Leistung der Hilfskräfte und beteiligten Ämter und Betriebe. In all diesen Berufsgruppen arbeiten auch Musliminnen und Muslime. Die Bedrohung durch das Virus macht vor niemandem von uns halt. Moscheegemeinden und ihre Mitglieder sind von der Situation in gleicher Weise betroffen.

Aufmerksamkeit füreinander, Fürsorge und Solidarität sind Werte, die im Ramadan für gläubige Musliminnen und Muslime in besonderer Weise Gegenstand des eigenen Nachdenkens sind. Dies ist eine Anregung, der wir alle folgen können und sollten. Gemeinsam werden wir in Frankfurt auch diese Situation überstehen.“

Der Adhān, auch als Muezzinruf bekannt, ertönt traditionell in größeren Moscheen von Minaretten, in kleineren von der Seite oder Tür des Gebäudes. Der Adhān muss sich in Deutschland an die jeweils geltenden Immissionsschutzgesetze halten. Der Adhān umfasst im Wesentlichen das Glaubensbekenntnis des Islam verbunden mit der Aufforderung zum Gebet. In der aktuellen Pandemiesituation haben die Gemeinden daher sicherzustellen, dass der Adhān nicht als Aufforderung zu einer Versammlung missverstanden wird.