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Ordnungsamt kontrolliert Gaststätten und eine Shisha-Bar

23.11.2022, 16:02 Uhr

Bei einer Kontrollaktion in Alt-Sachsenhausen überprüften Lebensmittelkontrolleure und Stadtpolizisten gastronomische Betriebe und eine Shisha-Bar / Drei von vier Betrieben mussten behördlich geschlossen werden

Drei gastronomische Betriebe und eine Shisha-Bar in Sachsenhausens Altstadt bekamen am Dienstag, 22. November, unerwarteten Besuch vom Ordnungsamt. Für drei Betreiber zu unerwartet, denn die Lokalitäten mussten sofort und bis auf Weiteres den Betrieb einstellen und wurden amtlich geschlossen. Zu problematisch waren die Lebensmittel- und Hygieneumstände in den Lokalitäten. Begleitet wurde die gemeinsame Maßnahme von Lebensmittelkontrolle sowie der Operativen Ermittlungseinheit und uniformierten Kräften der Stadtpolizei durch die Sicherheitsdezernentin Annette Rinn. Auch die Leiterin des Ordnungsamtes, Karin Müller, sowie die Leitungen der beiden Abteilungen im Ordnungsamt nahmen an der Kontrolle teil.
 
In einem Fall, ein auf den ersten Blick gepflegtes Restaurant, benötigten die beiden Lebensmittelkontrolleure rund 90 Minuten, um alle Mängel im Bereich der Theke, der Küche und des Lebensmittellagers aufzunehmen. Festgestellt wurden unter anderem ein akuter Befall von Mäusen, Ratten und Kakerlaken, verdorbene und abgelaufene Lebensmittel, eine Vielzahl an Lebensmitteln ohne jegliche Kennzeichnung sowie mangelnde Grundhygiene in allen Bereichen des Betriebs, an Böden, Wänden und Gegenständen der Lebensmittelbearbeitung. Manche Lebensmittel waren in ihrer Konsistenz nahezu nicht identifizierbar. Der Geruch verdorbener Lebensmittel war selbst manchen Stadtpolizisten zu viel. In Kühlschränken und -truhen fanden sich abgelaufenes Fleisch und Fisch in größeren Mengen, verschimmelte Zwiebeln und ranzige Sojasprossen und dazwischen immer wieder Mäuse- und Rattenkot sowie der Geruch von Mäuseurin. Der Betrieb wurde amtlich geschlossen und darf bis zur Behebung aller Mängel, inklusive dem Nachweis mikrobiologischer Untersuchungen an zentralen Stellen der Lebensmittelverarbeitung, nicht wieder öffnen.
 
Keine fünf Gehminuten entfernt lag der zweite Kontrollbetrieb des Abends. Die wenigen Gäste verließen das Lokal, die Kontrolle begann. Auch hier ein ähnliches Bild. Starke hygienische Mängel in weiten Teilen der Küche und des Lagers, der Befall von Mäusen und Schaben sowie erhebliche bauliche Mängel führten schnell zu der Erkenntnis, dass hier ab sofort keine Lebensmittel mehr abgegeben werden dürfen. Besonders appetitlich: Mäusekot zwischen und auf gespülten Tellern. Die per Kundenstopper angekündigte Live-Übertragung des WM-Auftaktspiels der Franzosen musste entfallen. Pikant zudem: Der Betrieb befindet sich in der Insolvenz und wurde durch einen Insolvenzverwalter gewerberechtlich abgemeldet. Statt den Betrieb zu schließen, wurde er jedoch ohne gültige Gewerbeanmeldung weiterbetrieben. Das angetroffene Personal erhält den Lohn für seine Arbeit nach einer Aussage nur auf mehrfaches Nachfragen bei der Geschäftsleitung und nur in bar, ohne schriftliche Gehaltsabrechnung. Eine verantwortliche Person befand sich während der Kontrolle nicht im Lokal. Auch ein Schlüssel für die Eingangstür war nicht vorhanden. Ein herbeigezogener Schlüsseldienst tauschte die Schlösser aus. Der Betrieb bleibt bis auf weiteres geschlossen.
 
Gleich um die Ecke befand sich eine Shisha-Bar, das nächste Ziel der Kontrolleinheit. Auch diese durfte nach Verlassen der Bediensteten keine weiteren Gäste mehr bedienen und musste schließen. Gründe hierfür waren starke hygienische Mängel im Thekenbereich und im Zubereitungsraum für Shishas, bauliche Mängel sowie der Befall von Mäusen mit entsprechenden Hinterlassenschaften im Betrieb. Durch die Stadtpolizei wurde ein Geldspielgerät mit abgelaufener Zulassung sowie ein Warenautomat ohne Aufstellerkennzeichnung fest- und sichergestellt. Hinter der Theke wurden außerdem 500 Schmerztabletten ausländischer Herkunft gefunden und ebenfalls sichergestellt.
 
Lediglich in einem der vier kontrollierten Betriebe führten die festgestellten Hygienezustände nicht zu einer Betriebsschließung. In einer Pizzeria konnten zwar hygienische Mängel festgestellt werden, jedoch war der Betrieb frei von Schädlingen. Dem Betreiber wurde die umgehende Behebung der Mängel angeordnet. Eine baldige Nachkontrolle wird zeigen, ob er die Auflagen befolgt hat.
 
Sicherheitsdezernentin Rinn sagte zu den Erkenntnissen des Kontrollabends: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich konnte mir heute selbst ein Bild davon machen, wie wichtig die Arbeit von Lebensmittelkontrolle und Stadtpolizei für die Sicherheit in unserer Stadt ist. Das, was die Bediensteten in diesen Betrieben tagtäglich tun, ist Verbraucherschutz in Reinkultur. Leider halten sich viele Gastrobetreiber nicht an das Lebensmittel- und Gewerberecht. Dies bedingt einen aktuell sehr hohen Kontrollaufwand der Mitarbeiter im Ordnungsamt. Wir werden auch weiterhin durch solche Schwerpunktkontrollen aber auch durch die tägliche Arbeit der Lebensmittelkontrolle dazu beitragen, dass die Menschen in Frankfurt gastronomische Betriebe genießen können und nicht fürchten müssen, mit verdorbenen Lebensmitteln oder den Hinterlassenschaften von Schädlingen in Kontakt zu kommen und sich damit Gesundheitsgefahren auszusetzen.“

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