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Ideenwettbewerb zum „Mertonviertel/Nördlich Lurgiallee“ entschieden

24.10.2022, 16:51 Uhr

Erster Preis im Ideenwettbewerb Mertonviertel – Vogelperspektive des neu geplanten Quartiers
Erster Preis im Ideenwettbewerb Mertonviertel – Vogelperspektive des neu geplanten Quartiers © Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus, Berlin, mit Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg und c/o Zukunft – Büro für Stadtplanung und Stadtentwicklung, Hamburg
Im städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb „Mertonviertel/Nördlich Lurgiallee“ hat das Preisgericht in seiner Sitzung am Freitag, 21. Oktober, den ersten Preis einstimmig an den Entwurf der Bürogemeinschaft Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus aus Berlin mit Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg und c/o Zukunft –Stadtplanung und Stadtentwicklung, ebenfalls aus Hamburg, vergeben.

„Der Büro- und Gewerbestandort Mertonviertel im Norden von Frankfurt steht vor strukturellen Herausforderungen und großen Veränderungen. Durch den Abbruch des ehemaligen Lurgihauses besteht ein großes Potenzial für eine städtebauliche Neuordnung. Für die Zukunft dieses Standorts ist es wichtig, die Themen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Lebensqualität und umweltbezogene Aspekte optimal aufeinander abzustimmen. Durch den Wettbewerb haben wir die beste Lösung für ein vielfältiges und Identifikation stiftendes Quartier nördlich der Lurgiallee gefunden“, sagt Planungsdezernent Mike Josef. Er fügt hinzu: „Durch diese Neuentwicklung wird es auch einen positiven Impuls für das gesamte Mertonviertel als attraktiven und lebendigen Arbeits- und Wohnstandort geben.“

Der erste Preisträger, der mit „Lovely Lurgi – Ein neues Herz für das Mertonviertel“ überschrieben ist, überzeugt das Preisgericht durch die Entwicklung des eigentlichen Baugrundstückes aus den übergeordneten Strukturen und Konzeptvorschlägen für das Mertonviertel. Darüber hinaus wird die zentrale Entwurfsidee eines großzügigen grünen Freiraums in der Quartiersmitte als gelungenes Element mit hoher Identitätskraft und sehr guten Nutzungsmöglichkeiten gelobt. Gefasst wird die „Grüne Mitte“ durch urbane Gebäude, die mit ihrer räumlichen Zonierung, der ausgepägten Nutzungsmischung und deren kleinteiliger Gestaltung gelungene Stadträume bilden. Auch der Standort für eine neue Grundschule sowie das vorgeschlagene „Schwammstadtprinzip“ mit vielfältigen Regenrückhalte- und Bewirtschaftungsflächen sowie dem Potenzial für viele Bäume mit echtem Bodenanschluss überzeugen das Preisgericht an dieser Stelle. Aus Sicht des Preisgerichtes „löst der Beitrag die gestellte Aufgabe in hervorragender Weise und ist Garant einer gelungenen Vermittlung zwischen dem bestehenden und neuen Quartier“.

Ausgelobt hatte den Wettbewerb das Stadtplanungsamt Frankfurt am Main. Wesentliche Akteure vor Ort werden die AGB Frankfurt Holding gemeinsam mit gsp Städtebau sein. „Auf Grundlage des vorliegenden Entwurfs kann hier zukünftig ein neues, urbanes, durchmischtes Stadtquartier entstehen, in dem Wohnen, soziale Infrastruktur, Gastronomie, Einzelhandel und sonstiges Gewerbe für eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität sorgen“, erklären Frank Junker, Geschäftsführer der ABG, sowie Marcus Püttmer, Geschäftsführer der gsp Städtebau.

Ziel des Wettbewerbs war die Erarbeitung eines Rahmenplans für das Mertonviertel sowie eines städtebaulichen Konzeptes als Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren Mertonviertel/Nördlich Lurgiallee. Die rund acht Hektar große bisher durch das sogenannte Lurgihaus geprägte Fläche soll als kleinteiliges und gemischt genutztes Quartier mit überwiegender Wohnnutzung mit hoher Wohnqualität entwickelt werden. Neben rund 900 Wohneinheiten sollen unmittelbar angrenzend an die U-Bahn-Station Riedwiesen/Mertonviertel sowie die Einkaufsgalerie „Merton’s Passage" Gewerbeflächen des tertiären Bereiches, Einzelhandelsnutzungen, gastronomische Angebote, ein Grundschulstandort sowie zwei Kindertagesstätten entstehen.

Gefragt waren mutige Ideen zur zukünftigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Gliederung und Nutzung des Mertonviertels insgesamt, und daraus abgeleitet die stimmige Einbindung eines neuen Konzeptes für das Gelände des ehemaligen Lurgihauses.

Das Verfahren wurde als nichtoffener städtebaulicher und freiraumplanerischer Ideenwettbewerb mit zwei Bearbeitungsphasen durchgeführt. Von den ursprünglich zwölf qualifizierten Bewerbergemeinschaften aus Stadtplanern sowie Städtebauarchitekten in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten wurden in einer ersten Preisgerichtssitzung am 21. Juli vier Arbeiten für eine weitere Bearbeitung ausgewählt. In der zweiten Preisgerichtssitzung am 21. Oktober vergab das Preisgericht neben dem ersten Preis drei dritte Preise gleichranging an die Bewerbergemeinschaften Karl Richter Architekten BDA, Frankfurt, mit KuBus Freiraumplanung, Wetzlar, Machleidt Städtebau und Stadtplanung, Berlin mit SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin sowie Stefan Forster, Frankfurt, mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock, Hannover.

Der Jury gehörten neben renommierten Architekten, Stadtplanern sowie Landschaftsarchitekten Vertreter der Stadt Frankfurt sowie der Eigentümerin des Grundstücks des ehemaligen Lurgihauses an. Als Sachverständige nahmen darüber hinaus Fachämter der Stadt Frankfurt sowie Vertreter politischer Fraktionen teil.

Die Wettbewerbsbeiträge werden bis Donnerstag, 3. November, im Atrium des Planungsdezernates, Kurt-Schumacher-Straße 10, ausgestellt. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr.
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