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07.02.2018

Oberbürgermeister Peter Feldmann verurteilt Anschlag auf KZ-Gedenkstätte in Mörfelden-Walldorf

(kus) Am Freitag, 2. Februar, haben Unbekannte die Scheiben des Margit-Horváth-Zentrums in der KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf zerstört. Zudem beschädigten die Vandalen Fotos von damals im KZ internierten jungen Frauen.

„Ich verurteile diesen feigen und widerwärtigen Angriff auf das Margit-Horváth-Zentrum zutiefst“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Für Rassismus und braunes Gedankengut ist in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main-Gebiet kein Platz. Ich wünsche den ermittelnden Dienstkräften der Polizei daher viel Erfolg bei der Fahndung nach dem oder den Tätern und hoffe, dass dieser Übergriff nicht ungeahndet bleibt“, sagt das Frankfurter Stadtoberhaupt.

Zugleich sicherte Feldmann Heinz-Peter Becker, dem Bürgermeister von Mörfelden-Walldorf, sowie Cornelia Rühlig, der Vorsitzenden der Margit-Horvath-Stiftung, die Solidarität der Stadt Frankfurt zu und betonte, dass Frankfurt helfen werde, wo es möglich sei, um den entstandenen Schaden zu beheben.

Wie die Polizei am Montag, 5. Februar, mitteilte, entstand bei dem Angriff auf die im September 2016 von der Horváth-Stiftung eröffnete Gedenkstätte ein Sachschaden in Höhe von 3000 Euro. „Die mutwillige Beschädigung dieses Ortes der Erinnerung ist unabhängig vom entstandenen Sachschaden ein Skandal. Ein solch unverfrorener Angriff auf einen Ort des Gedenkens an Deutschlands dunkelstes Kapitel zeigt, dass wir in einer Zeit leben, die eine wehrhafte Demokratie erfordert“, ruft Oberbürgermeister Peter Feldmann dazu auf, Rassismus und faschistischem Gedankengut bei jeder Gelegenheit die Stirn zu bieten.

Bereits im vergangenen Jahr haben Unbekannte in Frankfurt das „Denkmal der Grauen Busse“, das zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie-Aktion T4“ auf dem Rathenauplatz aufgestellt wurde, geschändet. Auch eine Ausstellung, die am selben Ort an das Schicksal deutsch-jüdischer Sportler und Olympioniken erinnerte, war mehrfach Ziel rassistischer Attacken.

Die KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf erinnert an das Schicksal und Leiden von 1700 ungarischen Jüdinnen, die vor den Toren Frankfurts interniert wurden, um eine Betonpiste für düsenbetriebene Flugzeuge zu bauen. Obwohl dieses Vorhaben scheiterte, zahlten viele der inhaftierten Frauen dafür mit ihrem Leben.