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Apfelweinglas

Das traditionelle hessische Apfelweinglas, das so genannte „Gerippte“, verdankt seinen Namen dem rautenförmigen Relief, mit dem es rundum geprägt ist. Das lichtreflektierende Rautenmuster diente ursprünglich dem Zweck, dem damals ausschließlich naturtrüben Apfelwein zu einem Funkeln im Glas zu verhelfen. Die vormals mundgeblasenen Gläser wurden um 1900 von „gepressten“ Gläsern abgelöst. Heutzutage sind historische Apfelweingläser begehrte Sammlerstücke.

Ein Standardglas Apfelwein, auch Schoppen genannt, enthält traditionell 0,3 Liter Apfelwein. Zum Leidwesen vieler Äpplerfans wird heute mancherorts nur noch 0,25 Liter Inhalt als Schoppen serviert. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich der „doppelte“ Äppler, der mit 0,5 Liter dem früheren altdeutschen Maß eines Schoppens entspricht.

Ein Schoppedeckel aus Holz und Steinzeug mit der Aufschrift 'Goldisch Mädsche', © Stadt Frankfurt am Main
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Zum echten Frankfurter Schoppen gehört der „Schoppedeckel“, der auf das Apfelweinglas gelegt wird. Dieser runde Holz- oder auch Keramikdeckel bewahrt das Aroma des kostbaren Stöffche und schützt insbesondere im Freien vor herabfallenden Blättern, Insekten oder dem Zugriff eines forschen Tischnachbarn. Der Schoppedeckel, frankfurterisch auch "des Deckelcher" genannt, besteht aus zwei aufeinander befestigten Holzscheiben, einer größeren und einer kleineren. Die größere Scheibe deckt das Glas ab, die kleinere ragt ein Stück hinein, um ein Verrutschen des Deckels zu verhindern. Die Oberseite ist mit Plaketten oder Malereien verziert, die beispielsweise Wappen, Logos oder Initialen abbilden. Erwerben kann man Schoppedeckel in Apfelweinwirtschaften, Souvenirläden und Haushaltsgeschäften. In den Apfelweinwirtschaften wird der Schoppedeckel nicht mitserviert, sondern der traditionsbewusste Schoppepetzer (Apfelweintrinker) bringt sein eigenes „Deckelcher“ mit.