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03.07.2013

Das sportlichste Grün der Stadt

Am 5. Juli wird das Sportband im Hafenpark eröffnet

(pia) Ein Filetstück wie dieses kommt einem Planer nicht alle Tage unter. Eine Fläche – 40.000 Quadratmeter groß, nah der Innenstadt, mitten in einem prosperierenden Viertel und obenauf direkt am Main gelegen. Nach einer solchen Fläche lecken sich auch Landschaftsarchitekten die Finger. In Frankfurt wurde sie ganz plötzlich frei – als der Osthafen vor ein paar Jahren weniger Fläche brauchte, der Unterhafen zur Disposition stand und die Stadt entschied, dass hier nicht wie angedacht ein Gewerbegebiet entstehen würde, sondern ein Park. Im Jahr 2007 war das. Dieses Jahr nun, am 5. Juli, um 16 Uhr wird ein Teil des neuen Hafenparks eröffnet – das Sportband. Mit einem großen Fest für alle, mit Live-Musik, einer Skate- und BMX-Show, Führungen durch das Sportband und einem Imbiss werden die Freizeit- und Sportanlagen freigegeben.

Hafenpark - Blick auf die Skateranlage, Juli 2013, © Foto: Rainer Vollweiter
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Der Hafenpark ist ein Bürgerpark im wahrsten Sinne des Wortes. Die Frankfurter nämlich wurden bevor die Planungen begannen befragt: „Was wünschen Sie sich vom neuen Park im Osten?“, wollte die Stadt wissen. An der Online-Umfrage beteiligten sich über 1.300 Bürger. Wir wollen uns bewegen, Ball spielen, Skaten, mit dem BMX-Rad in die Bowl, sagten die. Und so ist der Hafenpark nun das sportlichste Grün der Stadt. Mit einer Skate-Anlage, die bereits seit Dezember 2012 freigegeben ist und seither täglich von Skatern und BMX-Akrobaten genutzt wird. „Sie war fertig, also haben wir sie freigegeben. Man kann eine solche Anlage nicht über Monate einzäunen und ungenutzt lassen“, sagt Rüdiger Cibis vom Grünflächenamt. Zusammen mit seinen Kollegen Jürgen Burkert, Friedrich Diestelmeier und Heike Appel hat er maßgeblich an den Planungen des neuen Hafenparks mitgearbeitet.

Fertig sind nun auch der Bolzplatz, das Basketballfeld, die Spielfelder, die Klettersphären für Jugendliche, die Fitnessanlage für Erwachsene mit Geräten von denen einige speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten sind. Sportband nennt sich dieser Teil des Hafenparks, der nun der Öffentlichkeit übergeben wird. Und den Frankfurtern die Freiheit lässt, sich in allen möglichen Sportarten auszutoben. Volleyball, Badminton, Fußball, Hockey – auf den multifunktionalen Spielfeldern ist alles möglich. Hier gilt: Wer zuerst auf dem Platz ist, entscheidet, was gespielt wird. Jürgen Burkert: „In Kisten liegen Netze bereit, die die Nutzer selbst befestigen. So etwas gibt es in keinem anderen Park.“ Auch der Kinderspielbereich, der 2014 fertiggestellt wird, wird man so nicht noch einmal finden – er wurde speziell für den Hafenpark entwickelt und besteht aus Kletter- und Höhlenkugeln, Wasserspielgeräten und Sandspielbereichen.

Hafenpark - Fußball, Juli 2013, © Foto: Tom Kauth
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Rund acht Millionen Euro werden in den Hafenpark investiert. Funktion und Nachhaltigkeit standen bei den Planungen der neuen Anlagen im Fokus. Zwei Landschaftsarchitekturbüros sind in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt damit beschäftigt: Das Büro Sinai aus Berlin und das Büro Götte aus Frankfurt. Sinai gewann den Planungswettbewerb, Götte kümmert sich um die Arbeiten vor Ort – „bei einem solchen Bauvorhaben muss man jeden zweiten Tag auf der Baustelle sein“, sagt Friedrich Diestelmeier. Auch, weil es im Osten der Stadt um mehr geht, als einen Park anzulegen. Hier wird einem ganzen Gebiet eine neue Nutzung zugeschrieben – Bauflächen werden erschlossen, Straßen angelegt, eine neue Brücke gebaut. Absprachen mit anderen Ämtern, Behörden, Firmen sind dabei unerlässlich.

Westlich vom Hafenpark schließt die Ruhrorter Werft an, bindet ihn künftig an den Mainuferpark an. Hier wird perspektivisch auch die Landschaftslücke geschlossen, die derzeit noch zwischen der Mainpromenade der Stadt und dem GrünGürtel, der sie umgibt, besteht. Schon jetzt biegen sich neben der Deutschherrnbrücke meterhohe Windhalme – eine künstlerische Installation, die gleichzeitig eine Station der am Main verlaufenden Klimaroute bildet und Wissenswertes über Wind und Fluss und ihre Auswirkungen auf das Stadtklima veranschaulicht.

Hafenpark - Skater vor EZB-Neubau, Juli 2013, © Foto: Tom Kauth
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Direkt am Mainufer entsteht, als nächster Bauabschnitt des Hafenparks, bis 2014 eine großzügige Uferpromenade. Zwischen Fluss, Sport- und Spielflächen wird die Grünfläche, das Wiesenband, angelegt. Hier können die Frankfurter künftig in der Sonne baden, picknicken, sich ein schattiges Plätzchen suchen, auf riesigen Schaukeln hin und her schwingen. Die Wiesen in diesem Bereich werden unregelmäßig gemäht – mal kürzt man die Gräser, mal lässt man sie stehen. Es sollen bunte Blüten wachsen, sich Vögel und Kleinlebewesen ansiedeln. Das Wiesenband und die Uferpromenade werden erst im kommenden Jahr eröffnet. „Auf dieser Fläche wurde im vergangenen Sommer die neue Honsellbrücke montiert“, erklärt Heike Appel. Mit den Bauarbeiten kann deshalb in diesem Bereich des Parks erst deutlich später begonnen werden als auf der Fläche des Sportbands.

So wird der Hafenpark Stück für Stück der Bevölkerung übergeben. Jetzt das Sport-, bald das Wiesenband. Im Sommer 2014 dann ist Frankfurt um ein Stück Grün reicher. Gestaltet mit den Frankfurtern für die Frankfurter. Nachhaltig, sportlich, mitten in der Stadt, direkt am Wasser. Aber ganz weit weg von der Alltagshektik.

Anja Prechel