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23.01.2018

MOMEM zieht an die Hauptwache

Stadt Frankfurt und private Förderer bringen das Museum Of Modern Electronic Music auf den Weg

(kus) Frankfurt bekommt ein neues Museum. Am Dienstag, 23. Januar, haben Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kulturdezernentin Ina Hartwig und Personaldezernent Stefan Majer die Pläne für das Museum Of Modern Electronic Music, kurz MOMEM, vorgestellt. Das Museum soll die ehemaligen Räume des Kindermuseums an der Hauptwache beziehen. Die Schlüsselübergabe erfolgt im Frühling nach dem Auszug des Cafés für Obdachlose, welches in den kalten Monaten dort untergebracht ist.

Die Idee geht zurück auf eine Initiative von Alex Azary, Andreas „Talla 2XLC“ Tomalla und Stefan Weil, die auf der Suche nach Räumen an die Stadt herangetreten waren. 2015 hatten Initiatoren und Vertreter der Stadt einen Letter of Intent unterschrieben.

„Das MOMEM ist ein einmaliges Projekt. Mein Dank gilt vor allem den Initiatoren, die Geduld und Ausdauer bewiesen haben und sich über die ganze Zeit nicht von ihrer Vision und Überzeugung abbringen ließen“, sagte Peter Feldmann, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernimmt.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (2.v.l.) zeigt bei der Pressekonferenz zum 'Museum Of Modern Electronic Music' (MOMEM) das Buch 'Rave' von Rainald Goetz, neben ihr sitzen (l-r) Stadtrat Stefan Majer, Oberbürgermeister Peter Feldmann, der designierte MOMEM-Direktor Alexander Azary, Kirsten Girneth, Stefan Weil und Andreas Tomalla, 23. Januar 2018, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maik Reuß
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Kulturdezernentin Ina Hartwig: „Die elektronische Musik, die von hier aus in die Welt ging, gehört zu Frankfurts kultureller Identität. Nun bin ich gespannt, wie die Initiatoren das einmalige Musik- und Ausstellungsprojekt realisieren werden. Mich überzeugt das Konzept, das kulturelle Zusammenhänge aufzeigt und die Vielfalt der hiesigen Museumslandschaft für ein junges, internationales Publikum bereichert.“

„Die Hauptwache als buntes, lebendiges Kaleidoskop der Menschen und Kulturen in unserer Stadt ist genau der richtige Ort für das MOMEM. Ich hoffe, dass es sich dort in den kommenden Jahren als charmantes und dem Inhalt entsprechendes ‚Provisorium‘ einen festen Platz erarbeiten und uns für die Zukunft dauerhaft erhalten bleiben wird. Ich danke in diesem Zusammenhang nochmal Olaf Cunitz und Felix Semmelroth, die mit den Machern des MOMEMS den Grundstein gelegt für das, was jetzt realisiert wird“, sagte Personaldezernent Stefan Majer.

Das MOMEM startet an der Hauptwache als Pop-Up-Museum. Es wird dort daher für zwei bis vier Jahre untergebracht sein, mindestens aber, bis für den Bereich Hauptwache eine finale Lösung feststeht. Die Stadt Frankfurt wird die Räume für diese Zwischennutzung mietfrei bereitstellen. Die Initiatoren werden ihr neuartiges Museums- und Ausstellungskonzept eigenständig bzw. mit Unterstützung privater Förderer realisieren.

Das neue Museum will elektronische Musik nicht nur dokumentieren, sondern auch akustisch und haptisch erlebbar machen. Es präsentiert Künstler und Produzenten, Technik, Clubkultur, Label-Gründungen, Veranstaltungskonzepte, Digitalisierung. Auf dem Programm stehen Lesungen, Vorträge, Veranstaltungen und Gastspiele von im Museum vorgestellten Künstlern. An der angeschlossenen Akademie bieten DJs und Produzenten Workshops sowie Seminare an und bieten einen Einblick in den Studioalltag.

Museum of Modern Electronic Music (MOMEM), Innenansicht, Visualisierung, © Atelier Markgraph
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„Das ist heute ein guter Tag für das MOMEM“, sagte Museums-Initiator Alex Azary. „Dass die Stadt zu ihrem Versprechen steht – das ist für mich die Botschaft des Tages.“ Wichtig war ihm zu betonen, dass in Frankfurt das erste weltweite Museum für Clubkultur entsteht. „Und sobald wir die Schlüssel haben, wahrscheinlich gegen Ostern, werden wir hör- und sichtbar mit dem Ort an der Hauptwache umgehen“, versprach Mit-Initiator Stefan Weil.

Peter Feldmann abschließend: „Dass Frankfurt seit den 1980er Jahren eine entscheidende Rolle in der internationalen Entwicklung der elektronischen Musik spielt, ist längst kein Geheimnis mehr. In Frankfurt wird die kulturelle Relevanz dieser Jugend- und Kulturbewegung wahrgenommen und von der Stadt auch entsprechend gewürdigt. Auch deshalb ist dieser prominente Platz im Herzen der Stadt als Standort optimal. Ich freue mich insbesondere auf die zahlreichen jungen Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland, die vermutlich nicht zuletzt wegen des MOMEM unsere Stadt in Zukunft besuchen werden.“