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28.11.2017

Alle Jahre wieder: Michael Christof beschert Frankfurt eine riesige Weihnachtskrippe

Michael Christof, Krippenbauer der Deutschordenskirche, mit der Figur eines Mohrs, November 2015, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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(kus) „Willkommen in Bethlehem City“, sagt Michael Christof. Und meint das vollkommen ernst. Bethlehem ist, fragt man ihn, der neue Stadtteil Frankfurts. Angesiedelt jenseits des Mains, genauer: in der Deutschordenskirche. Jedes Jahr baut Michael Christoph zusammen mit ein paar anderen Verrückten – „wer so etwas macht, kann nicht alle Tassen im Schrank haben“ – eine mittlerweile über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Weihnachtskrippe. Jedes Jahr noch ein bisschen größer, aufwändiger, strahlender.

„Sie werden Augen machen“, versprach er bereits im Sommer. Und hat sein Versprechen gehalten. Die Krippe von Deutschorden erstreckt sich seit Jahren über mehrere Etagen rechts und links des Kirchenportals. Und nun auch auf einer Hochebene zwischen den beiden Säulen, durch die Besucher vom Eingang mitten in die Weihnachtsgeschichte und dann weiter in das Kirchenschiff treten. 22 Häuser haben Michael Christof und sein Helfer Daniel Then ausgesägt und angemalt – Bethlehem City – dazu eine Stadtmauer. Sie haben 200 Figuren aufgestellt, 100 Kisten Moos verbaut, unzählige Bretter, Latten, Kabel, Steckdosen, mehre tausend Birnchen, dutzende Halogenleuchten und Scheinwerfer, 30 Meter Kabel, 20 Liter Farbe und Pannesamt. 1000 Meter Pannesamt. In Gold, Braun und, dieses Jahr ein Novum, Silber. „Warum Silber?“, fragt Christof. Und gibt die Antwort selbst: „Weil ich silbernes Jubiläum habe!“ Seit 25 Jahren ist Christof der Krippenbauer von Deutschorden.

Detailansicht der Krippe von Michael Christof in der Deutschordenskirche, November 2015, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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Jedes Jahr im November beginnen die Arbeiten. Christof, Then und drei weitere Helfer sägen, hämmern, bohren und bauen bis zu 17 Stunden am Tag, zwei Wochen lang. Ehrenamtlich. Warum das alles? „Na, weil wir verrückt sind.“ Christof kichert. Und weil sie der inzwischen von Konsum bestimmten Vorweihnachtszeit etwas entgegensetzen wollen. „Wir machen das für die Kinder“, sagen die Männer unisono. Liebe und Wärme statt mehr und mehr Geschenke. „Sie glauben ja gar nicht, wie die kleinen Knirpse staunen, wenn sie vor der Krippe stehen.“

Rund 1700 Euro kostet das Werk, vollständig finanziert durch Spenden, die man in einem von einem kleinen Mohr überwachten Opferstock unauffällig hinterlassen kann.

Die Krippe kann ab sofort besichtigt werden – unbeleuchtet sowie ohne Jesus, Maria und Josef. Denn die ziehen erst am Heiligen Abend ein. Am 24. Dezember zur Kinderchristmette um 16 Uhr wird die Krippe dann zum ersten Mal illuminiert. Die Deutschordenskirche ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags von 12 bis 17 Uhr, außerdem zu den Gottesdiensten. Das gilt auch während der Weihnachtsfeiertage.

Zu sehen ist die Krippe bis zum 6. Februar. Wer mehr wissen will über ihren Bau und die biblische Geschichte, kann die Krippenbauer fragen – einer von ihnen ist immer in der Kirche. Größere Gruppen werden gebeten, sich vorher im Pfarrbüro anzumelden: mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 069/60503200, oder per E-Mail an deutschorden-frankfurt@bistum-limburg.de .