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30.03.2017

Kinder haben Rechte!

Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernentin Ina Hartwig halten am Rande der Vorbesichtigung der neuen Ausstellung 'Kinder haben Rechte' im Kindermuseum den Rechte-Pass in ihren Händen, 30. März 2017, © Foto: Salome Roessler
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Interaktive Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Familien im Kindermuseum

(kus) Was darf ich? Was steht mir zu? Worauf habe ich sogar ein gesetzlich festgeschriebenes Recht? Es ist die Aufgabe von Staat und Gesellschaft auf Fragen wie diese Antworten und Möglichkeitsräume zu bieten. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Ratifizierung der Kinderrechte durch die Vereinten Nationen hat das Kindermuseum Frankfurt einen starken Partner zur Konzeption einer gemeinsamen Ausstellung eingeladen. Zusammen mit dem Kinderbüro Frankfurt ist so auf 400 Quadratmetern ein Erlebnisraum entstanden, in welchem Kinder und Jugendliche allein, in Gruppen oder mit ihren Familien die Inhalte der 54 Artikel der Kinderrechte kennen lernen.

Im Zentrum der Ausstellungsarchitektur und damit auch im Fokus der Ausstellung befindet sich das Kinderparlament. Dort haben die Gruppen ihre Abschlussbesprechungen. Zuvor füllt jedes Kind in der Wahlkabine einen Wahlzettel aus und schreibt auf, worüber es mit den anderen diskutieren möchte und was zur Sprache kommen soll. Damit wird abgestimmt, welche Themen die Gruppen verhandeln. Die Ergebnisse der Diskussion werden festgehalten und als Brief an den Kinderbeauftragten des jeweiligen Stadtteils formuliert. Eigens für diese Briefe gibt es eine Letter-Box. Das Kinderbüro sorgt dafür, dass die Briefe ankommen und die Kinder Gehör finden. Das heißt, dass die Themen der Kinder und die Ergebnisse ihrer Diskussionen, die in der Ausstellung gesammelt werden, später in die Arbeit des Kinderbüros mit einfließen. Über den Ausstellungsbesuch werden die Artikel des Gesetzestextes in Bezug zum alltäglichen Leben der Frankfurter Kinder gesetzt. „Es ist unsere Aufgabe, sie ihnen nahezubringen und unsere Kinder als selbstbewusste und eigenständige Persönlichkeiten zu stärken. Wir als Stadt Frankfurt investieren hier mit dem Kindermuseum und dem Kinderbüro als kommunale Kinderinteressenvertretung mehr als jede andere deutsche Kommune. Damit sagen wir erneut: Frankfurt ist kinder- und familienfreundlich“, so Oberbürgermeister Feldmann. Er sei zudem stolz, dass in diesem Jahr zum ersten Mal die Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“ aufgelegt worden sei. „In diesem Zusammenhang werden am 2. Juni im ganzen Stadtgebiet verteilt 60 Veranstaltungen stattfinden. Wir wollen, dass die Frankfurter Kinder ihre Rechte kennen und wir wollen, dass sie eine gute Zeit haben. Alle können sich deshalb sowohl auf diese wunderbare Ausstellung als auch auf die ‚Stadt der Kinder‘ freuen “, hob das Stadtoberhaupt hervor, das gleichzeitig Schirmherr der Kampagne ist.

Oberbürgermeister Peter Feldmann schreibt am Rande der Vorbesichtigung der neuen Ausstellung 'Kinder haben Rechte' im Kindermuseum Autogramme, 30. März 2017, © Foto: Salome Roessler
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Die Ausstellung funktioniert wie ein Stationenspiel. Wie bei einer Reise erhalten die Teilnehmer zu Beginn einen Pass mit dem Wortlaut der 54 Artikel. Damit begeben sich die Teilnehmer in sechs Ausstellungsbereiche und sammeln unterwegs Stempel für ihre Pässe. Mit unterschiedlichen Angeboten erwerben sie interaktiv Informationen zu den Leitthemen „Gleichheit“, „Freie Meinungsäußerung und Information“, „Schutz im Krieg und auf der Flucht“, „Bildung und Kultur“, „Schutz der Privatsphäre“ und „Gutes Leben“ – alles konstituierende Aspekte der Kinderrechte. „Das Kinder Museum ist ein großartiger Ort für junge Menschen, an dem seit fast 45 Jahren altersgerechte Angebote für Kinder entwickelt und angeboten werden. Damals ein Novum – heute eine Selbstverständlichkeit. Kulturelle Bildung und Partizipation wurde hier schon immer groß geschrieben. Und die aktuelle Ausstellung fördert dies auf wunderbare Art und Weise, indem sie den Kindern in unserer Stadt eine Stimme verleiht, ihnen Gehör schenkt und sie anregt, sich mit ihren Themen und Gedanken einzubringen und unsere Gesellschaft mitzugestalten“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig.

„Einen nüchternen Gesetzestext zu einer interaktiven Ausstellung zu formen, gelingt durch Angebote, bei denen die Teilnehmer aktiv werden können. So wurde ein großes elektronisches Wandspiel entwickelt, bei dem man sich zu zweit damit befasst, wobei und wofür Schutz nötig ist: Schutzobjekte wie eine Zahnbürste, ein Fahrradhelm oder die Nummer gegen Kummer, sollen Fotos mit Situationen zugeordnet werden, in welchen ein solcher Schutz helfen würde. Hat man die richtige Zuordnung getroffen, leuchtet ein Licht auf. Im Bereich ‚Tut mir leid. Privat‘ können Besucher einem Geheimomaten ihr geheimstes Geheimnis anvertrauen und bei ‚Sag‘ Deine Meinung‘ geht es darum, bewusst zu machen, dass auch Kinder eine öffentliche Stimme haben. Beim Gestalten von Demo-Plakaten fließen die Ideen, wofür es sich auf die Straße zu gehen lohnt, in den Herstellungsprozess mit ein“, erläutert Susanne Gesser die Leiterin des Kindermuseums die Angebote.

In den nächsten sechs Monaten wird die Ausstellung ergänzt von der Kinderrechtskampagne „Stadt der Kinder“ zum Tag des Kindes am 2. Juni. Ziel ist es, die Kinderrechten bekannt zu machen, damit sie im Alltag größere Beachtung finden und nach ihnen stärker gelebt wird. „Aus der Sicht des Kinderbüros ist das unbedingt notwendig“, so der Standpunkt von Susanne Feuerbach, Leiterin des Kinderbüros Frankfurt. „2015 wussten nur knapp 40 Prozent der 18-jährigen in Frankfurt von der Existenz der Kinderechte, ein Viertel hatte noch gar nicht von ihnen gehört.“

Die Ausstellung, die vom 3. April bis zum 29. Oktober läuft, kann von Einzelbesuchern, Gruppen und Familien besucht werden. Eine Anmeldung für Gruppen ist unbedingt erforderlich, damit keine Wartzeiten entstehen. Die Buchung von begleiteten Besuchen mit einer Führung wird empfohlen und ist möglich bei Susanne Angetter unter der Rufnummer 069/212-35154, Montag bis Donnerstag von 10 bis 15.30 Uhr oder per E-Mail an besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de .

Geöffnet hat das Kindermuseum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und Montag, nur in den hessischen Ferien und an Feiertagen, von 10 bis 18 Uhr.