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Zeltreden

In der ersten Septemberwoche feiern die Bergen-Enkheimer ihren Berger Markt, ein Volksfest, dessen Wurzeln nahezu dreihundert Jahre zurückliegen, und das sich wenig von anderen traditionellen Kirmes-Veranstaltungen unterscheidet, gäbe es nicht als Auftakt die Amtseinführung des neuen Stadtschreibers im Festzelt. Das Stadtschreiberfest findet seit 1974 am Freitagabend vor der offiziellen Eröffnung des Marktes statt.

Das Programm ist zu einem festen Ritual geworden: Nach einführenden Grußworten der politischen Repräsentanten folgt eine Festrede, deren Inhalt den jeweils eingeladenen Rednern überlassen bleibt. Erwartet wird keine Laudatio, noch nicht einmal ein direkter Bezug zur Literatur. In der Regel waren es kritische Stimmen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten an dieser Stelle erhoben. Vielen gelang es, im prall gefüllten Zelt ein aufmerksam zuhörendes Publikum für sich zu gewinnen. Die Liste der von der Jury ausgewählten Festredner ist hochkarätig und enthält prominente Namen aus Publizistik, Literatur, Wissenschaft und Politik.

Auf die Festrede folgt die Abschiedsrede des scheidenden Stadtschreibers. Höhepunkt des Abends sind die Preisverleihung mit der Übergabe des symbolischen Schlüssels zum Stadtschreiberhaus und die Antrittsrede des neuen Stadtschreibers.

Peter Härtling gebrauchte 1985 bei seiner Festrede zur Amtseinführung von Ludwig Fels erstmals den Begrifff "Zelt-Reden".

© Verlag Waldemar Kramer
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Literaturhinweis

Zelt-Reden: 40 Jahre Stadtschreiber von Bergen / Adrienne Schneider (Hrsg.). - Frankfurt am Main: Kramer, 2014. - 640 S.
ISBN 978-3-86539-706-5

Hier finden Sie die Redemanuskripte der Stadtschreiber und Festredner (überwiegend als Originaltyposkripte) und Tondokumente von den Stadtschreiberfesten zum download, soweit diese der Kulturgesellschaft vorliegen. Für den optimalen Hörgenuss empfehlen wir externe Lautsprecher. Manchmal dauert es ein wenig, bis die Tonaufnahme beginnt, aber die Geduld wird belohnt.